Wegekreuz Kaule

Teil A: Baudenkmal
Kaule
Denkmalnummer
A0049
Baujahr
1886
Adresse
51429 Bergisch Gladbach, gegenüber Haus Kaule 52a
Objektbeschreibung
Eine Umfriedung in Form eines brüstungshohen Schutzgitters einschliesslich einer zum Teil geschweiften Rückwand sorgt für einen gewissen Achtungsabstand der Anlage. Das Wegekreuz selbst steht auf einem dreistufigen Podest und ist zweiteilig aufgebaut. Der untere Teil besteht aus einem aufgesockelten Schaft, der schauseitig wie folgt betextet ist. o cruc ave spes unica. Die zweiteilige Inschrift entstammt einem gleichnamigen lateinischen Hymnus und lautet in der Übersetzung " Sei gegrüsst, du heiliges Kreuz, unsere einzige Hoffnung ". Eine auskragende Schräge leitet zu einer zeltdachförmigen Verdachung über, auf der das gusseiserne Kreuz mit grossem hölzernen Korpus aufgestellt ist. Der Stamm des Kreuzes zeigt am unteren Ende eine, durch ein Gesims abgesetzte, blendmasswerkförmige Verzierung. Der darüber befindliche Gekreuzigte ist farbig gefasst und in entspannter Haltung dargestellt. Der Körper ist anatomisch differenziert ausgearbeitet und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Besonders sensibel wurde der etwas nach rechts vorne geneigte bärtige und mit langen Haaren geschmückte Kopf gestaltet. Das Gesicht strahlt trotz der Ermattung eine gewisse Erhabenheit nach dem bald überstendenen Leid aus. Der dornengekrönte Christus trägt einen Lendenschurz, dessen Zipfel bis zu den Knien reicht. Die angenagelten Hände sind annähernd verschlossen und lassen die noch blutende Wunde erkennen. Die ebenfalls noch blutenden Füsse sind übereinander liegend an den Stamm geheftet. Das hohe Kopfstück des Kreuzes trägt das Spruchband mit dem einzeiligen Kreuztitel " INRI ". Die Balkenenden des Kreuzes sind krückenkreuzartig abgeschlossen. Auf der Rückseite ist ein gusseiserner Stab zur Stabilisierung des hohen Kreuzes angebracht.
Literatur
Baudenkmäler in Bergisch Gladbach, Michael Werling, Stadt Bergisch Gladbach, BGV RHEIN BERG.
Eintragung in Denkmalliste
18.10.1983
Koordinaten
7.150744 50.959332

Geschichte

Mittelpunkt des Ortsteils Kaule war immer das Kauler Kreuz gewesen, welches als ältestes Heiligtum in Bensberg angesehen und dem bei Prozessionen entsprechend gehuldigt werden musste. Ursprünglich stand dort ein Holzkreuz und davor ein steinernes Wegekreuz, welches schon im 16. Jahrhundert dort gewesen sein soll. ( Morsches 2001, S. 33 ). das heutige gusseiserne Kreuz war ursprünglich an der Südseite der alten Pfarrkirche St. Nikolaus in Bensberg aufgestellt und wurde nach deren Abbruch nach Kaule umgesetzt. ( Opladen 1946, S. 314 ). Der 1887 gegründete Junggesellen- Verein Bensberg-Kaule sah es bis 1952 als seine wichtigste Vereinsaufgabe an, bei anstehenden Prozessionen das Kauler Kreuz zu schmücken und den vereinseigenen Altar vor dem Wegekreuz aufzustellen ( Böhringer 1998, S.206 ff.).

Bearbeitet: Dietmar weiß