Der Ortsteil Heidkamp, geographisch im Stadtgebiet zwischen den beiden Stadtteilzentren Bergisch Gladbach und Bensberg gelegen, wurde erst im 19. Jahrhundert infolge der Industrialisierung, insbesondere durch die Zinkhütte und die Bergisch Gladbacher Papierfabriken, grossflächig besiedelt. Vor 1900 wurden in der Gronauer Waldsiedlung auf Betreiben des Papierfabrikanten Richard Zanders an der Eiche die ersten Häuser fertiggestellt, und wenig später hatte die Siedlung durch den Bau weiterer Eigenheime schon ca. 3000 Einwohner. Ebenso baute die Berzelius-Zinkhütte um 1900 Wohnhäuser für ihre Arbeiter, vorwiegend an der Hüttenstrasse und später in Lückerath. Die in dieser Zeit entstandenen Wohngebiete gehörten zur Pfarre St. Laurentius in Bergisch Gladbach. Wegen der relativ weiten Entfernung zur Pfarrkirche kam aber schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Heidkamp auf. So wurde 1911 ein Kirchenbauverein Bergisch Gladbach – Süd gegründet. Der Erste Weltkrieg verhinderte die schnelle Realisierung eines Kirchenneubaus in Heidkamp. Erst 1930 wurde nach Übereinkunft mit der Erzdiözese Köln und der Pfarre St. Laurentius die Rektoratspfarre St. Josef gegründet. Noch im gleichen Jahr wurde auf dem Grundstück Bensberger Strasse/ Lerbacher Weg nach den Plänen des Kölner Architekten Stephan Mattar eine massive Kirche erbaut, die heute als Gemeindesaal dient.
Durch den Bau weiterer Wohnsiedlungen nach dem Zweiten Weltkrieg, hier insbesondere der Märchensiedlung “ Am Rübezahlwald “ mit ihren Nebenstrassen sowie der Männerwerksiedlung südlich der Oberheidkamper Strasse nahm die Wohnbevölkerung in Heidkamp schnell zu. Die 1930 erbaute Kirche wurde bald zu klein.
Nach vorangegangenen Gesprächen mit der Erzdiözese und dem Architekten Erwin Schiffler aus Köln wurde am 20. April 1958 durch den ersten Spatenstich mit dem Neubau der Kirche auf einem Grundstück direkt gegenüber der alten Kirche begonnen. Knapp zwei Jahre später, am 03.April 1960, erfolgte bereits die Einweihung der neuen Pfarrkirche St. Josef in Heidkamp.
Bearbeitet: Dietmar Weiß