Kath. Kirche Sankt Joseph,

Teil A: Baudenkmal
Heidkamp
Denkmalnummer
A0230
Baujahr
1958-1960
Adresse
Lerbacher Weg 2
Objektbeschreibung
An ihrem Standort, an der viel befahrenen Kreuzung von Bensberger Strasse, Lerbacher Weg und Richard-Zanders-Strasse nimmt die Kirche eine dominierende Stellung ein. Durch das verwendete Material, Grauwackebruchstein aus einem Steinbruch aus Lindlar erhält sie ein wehrhaftes, wuchtiges Aussehen. Der Glockenturm als freistehender Campanile ist durch die Marienkapelle mit dem Hauptschiff verbunden, das an der Ostseite durch eine halbrunde Apsis geschlossen wird. Das Satteldach dieser Apsis überragt das Dach des Hauptschiffs in der gleichen Neigung. Durch die Verglasung zwischen dem Dach des Kirchenraums und dem Dach der Apsis wird die halbrunde Rückwand des Chorraums von oben indirekt belichtet. Man betritt die Kirche durch eine Eingangshalle, die der Westseite vorgelagert ist, und gelangt in einen hohen längsrechteckigen Raum, der durch die Stützenstellung in ein Hauptschiff und zwei schmale Seitenschiffe gegliedert ist. Die Säulen, gemauert aus dem gleichen Naturstein wie die Aussenwände, tragen eine Faltdecke aus Holz, welche den gesamten Innenraum prägt. Besondere Einrichtungsgegenstäne sind zwei Kapitelle aus Sandstein in der Marienkapelle, die den Turm mit dem nördlichen Seitenschiff verbindet. Sie werden als Konsolen für eine Marienstatue und eine Monstranz verwendet, und stammen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Die Plastik des Brennenden Dornbuschs, in die der Tabernakel eingelassen ist, sowie der Taufbrunnen und der Sitz des Priesters sind Werke des Kölner Bildhauers Sepp Hürten. Ein dreiteiliger Flügelaltar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, der im südlichen Seitenschiff platziert war, befindet sich in der renovierten Friedhofskapelle am Rübezahlwald.
Literatur
Bergischer Geschichtsverein, Bernd Koch
Eintragung in Denkmalliste
27.10.2025
Koordinaten
7.138089 50.979893

Geschichte

Der Ortsteil Heidkamp, geographisch im Stadtgebiet zwischen den beiden Stadtteilzentren Bergisch Gladbach und Bensberg gelegen, wurde erst im 19. Jahrhundert infolge der Industrialisierung, insbesondere durch die Zinkhütte und die Bergisch Gladbacher Papierfabriken, grossflächig besiedelt. Vor 1900 wurden in der Gronauer Waldsiedlung auf Betreiben des Papierfabrikanten Richard Zanders an der Eiche die ersten Häuser fertiggestellt, und wenig später hatte die Siedlung durch den Bau weiterer Eigenheime schon ca. 3000 Einwohner. Ebenso baute die Berzelius-Zinkhütte um 1900 Wohnhäuser für ihre Arbeiter, vorwiegend an der Hüttenstrasse und später in Lückerath. Die in dieser Zeit entstandenen Wohngebiete gehörten zur Pfarre St. Laurentius in Bergisch Gladbach. Wegen der relativ weiten Entfernung zur Pfarrkirche kam aber schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Heidkamp auf. So wurde 1911 ein Kirchenbauverein Bergisch Gladbach – Süd gegründet. Der Erste Weltkrieg verhinderte die schnelle Realisierung eines Kirchenneubaus in Heidkamp. Erst 1930 wurde nach Übereinkunft mit der Erzdiözese Köln und der Pfarre St. Laurentius die Rektoratspfarre St. Josef gegründet. Noch im gleichen Jahr wurde auf dem Grundstück Bensberger Strasse/ Lerbacher Weg nach den Plänen des Kölner Architekten Stephan Mattar eine massive Kirche erbaut, die heute als Gemeindesaal dient.

Durch den Bau weiterer Wohnsiedlungen nach dem Zweiten Weltkrieg, hier insbesondere der Märchensiedlung “ Am Rübezahlwald “ mit ihren Nebenstrassen sowie der Männerwerksiedlung südlich der Oberheidkamper Strasse nahm die Wohnbevölkerung in Heidkamp schnell zu. Die 1930 erbaute Kirche wurde bald zu klein.

Nach vorangegangenen Gesprächen mit der Erzdiözese und dem Architekten Erwin Schiffler aus Köln wurde am 20. April 1958 durch den ersten Spatenstich mit dem Neubau der Kirche auf einem Grundstück direkt gegenüber der alten Kirche begonnen. Knapp zwei Jahre später, am 03.April 1960, erfolgte bereits die Einweihung der neuen Pfarrkirche St. Josef in Heidkamp.

Bearbeitet: Dietmar Weiß