Ehemaliges Pfarrhaus

Teil A: Baudenkmal
Herkenrath
Denkmalnummer
A0068
Adresse
51429 Bergisch Gladbach, Im Fronhof 30
Objektbeschreibung
Unmittelbar nördlich der Herkenrather Pfarrkirche befindet sich und mit dem First parallel zum Langhaus der Kirche ausgerichtet, das alte Pfarrhaus. Der zweigeschossige Fachwerkbau ist über einer aus Bruchsteinen gefügter Aufsockelung aufgeschlagen. Vermutlich ist erst in späterer Zeit rundum eine Verschieferung angebracht worden. Ein Krüpelwalmdach schliesst den Baukörper ab. Die zur Kirche hin orientierte und dreiachsig aufgebaute Schauseite ist symmetrisch angelegt. Die mit einem Oberlicht versehene Eingangstür liegt nur wenig eingezogen in der Mitte des Erdgeschosses. Ein hölzerner Ziersturz wird von volutenförmigen Konsolen getragen. Über zwei halbrundförmigen Grauwackestufen wird der Innenraum erschlossen. Die mit hölzernen Gewänden ausgestatete Befensterung ist hochrechteckig angelegt und von Schlagläden flankiert. Auf der ebenfalls dreiachsig aufgebauten Rückseite ist wiederum mittig und über eine doppelläufige Freitreppe aus Grauwacke der Zugang zum Garten gewährleistet. Im Inneren befinden sich im Erdgeschoss sowohl Holzbalken- als auch stucktierte Decken. Im Obergeschoss werden die Räume von einfachen Holzbalkendecken überspannt.
Literatur
Baudenkmäler in Bergisch Gladbach, Michael Werling, Stadt Bergisch Gladbach, BGV RHEIN BERG.
Eintragung in Denkmalliste
30.01.1985
Koordinaten
7.185216 50.988959

Geschichte

Pfarrer Peter Wilhelm Abstoß ( 1781-1874 )kam im Jahr 1811 nach Herkenrath und übernahm 1816 die Pfarrstelle. Nach dem napoleonischen Kriegen, die das Bergische Land stark in Mitleidenschaft gezogen hatten, erwies er sich als ein Mann von grosser Tatkraft ( Schmitz 1950, S. 40 f. ) Er liess die Kirche wieder instand setzen, ordnete das Rechnungswesen der Pfarre, liess eine Orgel in die Kirche einbauen und hat auch sonst das Leben der Pfarrgemeinde auf vielfältige Weise gefördert.

Unter seiner Regie wurde auch das nahe bei der Kirche gelegene Gebäude einschliesslich aus eigenen Mitteln angekauft, restauriert, schön eingerichtet und in seinem Testament als Vakierhaus der Gemeinde vermacht. Auch die meisten Wegekreuze innerhalb des Ortes Herkenrath sind zu seiner Zeit errichtet worden und sind als ein Zeichen der religiösen Einstellung seiner Pfarrmitglieder zu verstehen. Eines der ersten, 1835 aufgestellt, geht auf ihn selbst zurück ( vgl. D/Nr.86 ).

Bearbeitet: Dietmar Weiß