Ehem. Pfarrhaus Quirlsberg

Teil A: Baudenkmal
Stadtmitte
Denkmalnummer
A0194
Baujahr
1898-1900, Architekt Otto March
Adresse
Quirlsber 2, 51465 Bergisch Gladbach
Literatur
Baudenkmäler in Bergisch Gladbach, Michael Werling, Stadt Bergisch Gladbach, BGV RHein Berg.
Eintragung in Denkmalliste
20.03.2018
Koordinaten
7.134974 50.990561

Beschreibung

Das evangelische Pfarrhaus liegt auf dem Quirlsberg, deutlich erhöht oberhalb der Gnadenkirche. Weiter südlich schliesst der neue ev. Friedhof an. Das in Hanglage errichtete Gebäude ist über einem Ost – West ausgerichteten rechteckigen Grundriss entwickelt, zweigeschossig angelegt und mit einem Krüppelwalmdach abgeschlossen. Dem von der Gnadenkirche aus kommenden Betrachter zeigt sich das Gebäude durch seine repräsentative Traufseite, die durch fünf Fensterachsen gegliedert ist, wobei die Mittelachse durch ein Zwerchhaus akzentuiert wird. Über fünf Stufen wird auf der westlichen Giebelseite das Gebäude erschlossen.

Die noch aus der Bauzeit stammende Holztür wird von einem deutlich vorkragendem geschweiften Blechdach bekrönt. Auf der östlichen Giebelseite ist in der Erdgeschosszone ein hölzener Wintergarten angebaut. Neben feingliedrig sprossierten Holzfenstern finden sich mehrfach profilierte gedrechselte Säulchen, geschnitzte Konsolen und Kopfbänder. Die Verdachung ist heute aus Blech, war aber bauzeitlich aus Schiefer gefertigt. Die südliche Traufseite wird vor allem durch einen zweiachsigen Mittelrisalit mit Giebelüberdachung geprägt. Im Inneren sind noch die bauzeitlichen Holztreppen und einige kassettierte Holztüren erhalte geblieben.

Geschichte

Der Quirlsberg, an dessen Nordhang sich das Pfarrhaus befindet, wurde als Siedlungsstelle urkundlich erstmals im Jahre 1582 erwähnt, damals noch unter dem Flur – und Siedlungsnahmen “ Am Quirl „. In der Mitte des 18. Jahrhunderts befand sich hier eine kleine Hofstelle mit ca. vier Morgen Grundbesitz, das sogenannte Quirlsgut. Von 1775 – 1777 wurde am Fusse des Quirlsberges die evangelische Gnadenkirche von Johann Georg Leydel errichtet, die 1898 durch den Berliner Architekten Otto March erweiter wurde. Im Zuge dessen wurde auch das neue Pfarrhaus errichtet. Da die Bauerlaubnis der zuständigen Behörden “ ausserordentlich lange “ auf sich warten liess, konnte mit dem Bau erst im September 1899 begonnen werden. Die Rohbauarbeiten wurden von dem Bergisch Gladbacher Bauunternehmer Peter Berghaus bewältigt und um die örtliche Bauleitung kümmerte sich der Kölner Architekt Johannes Seiffert, da Otto March von Berlin aus den Bau nicht betreuen konnte. 1979 fand eine umfassende Sanierung des Pfarrhauses statt. Ausserdem bedurfte es, neuer Nutzungsansprüche wegen, einiger grundrisslicher Veränderungen. Ab 1985 bewohnte der Pfarrer der Gnadenkirche wieder einen Teil des Gebäudes. Seit 2011 wird das Gebäude partiell zu Verwaltungszwecken und für den Konfirmationsunterricht genutuzt.

Bearbeitet: Dietmar Weiß