Rechtsrheinisch auf der Mittelterrasse des Rheintales am Rand des Königforstes zwischen Bensberg und Refrath liegt die Waldsiedlung Frankenforst. Der Name “ Frankenforst “ geht zurück auf ein abgegrenztes Waldareal, das unter dem fränkische Grafen Giselbert in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts erstmals nachgewiesen ist – den Frankenforst. Heute liegt die Waldsiedlung an der Verbindungsstrasse von Köln nach Bensberg, südwestlich begrenzt von der Eisenbahnlinie Köln – Bergisch Gladbach, ehemals im Anschluss an den alten Bahnhof Bensberg. Die Geschichte der Siedlung beginnt im frühen 20. Jahrhundert.
Die um 1900 mit der allgemeinen Industrialisierung einhergehende Erschliessung neuer Fabrikstandorte, der damit verbundene Zuzug und die steigende Nachfrage nach neuem Wohnraum führten zu planmässigen Stadterweiterungen, angestossen durch die Städte selbst oder aufgrund privater Initiative. So erwarb im Jahr 1909 die Kölner Gesellschaft ( GmbH ) Waldhaus Villenkolonie “ Frankenforst “ ein rechteckig zugeschnittenes, 337 Morgen grosses, weitgehend ebenes Landstück im Frankenforst. Logistisch erschlossen und nahe bei Bensberg, eignete sich das Areal, von zwei Bächen durchzogen und licht mit Mischwald bestanden, in besonderer Weise zur Anlage einer Villenkolonie für den gehobenen Bürgerstand. Statt hoher Mieten und ungesunder Lebensumstände einer Grossstadt war die Lage im Grünen verlockend, zumal der günstige Landerwerb den Zuschnitt repräsentativer Wohnbauten auf grossen Grundstücken ermöglichte.
Die Gesellschaft fertigte einen Gesamtplan, mit dem sie 1910 in einem Prospekt die Grundstücke zum Kauf und zu einer villenähnlichen Bebauung anbot und vermarktete. Bauleitender Architekt war von 1909 bis 1912 Jean Klein.
Die Gesellschaft warb mit der eigens geschaffenen Kanalisation und der Drainage des Gebietes. Das Oberflächenwasser floss zur Trockenlegung des Terrains in eine etwa in der Mitte der Anlage bestehende Grube, die als Bestandteil der Gesamtkonzeption zu einem Teich rundum baulich gefasst wurde. Der Teich ist heute verlandet und zu einer ovalen Grünanlage umgestaltet. Ausgehend von einem zentralen Platz entwickelt sich annähernd symmetrisch ein Netz aus gleichbreiten und untereinander gleichrangigen Erschliessungen, flankiert von Baumreihen aus strassenweise wechselnden Baumsorten. Die Kreuzungspunkte und Mündungsbereiche sind platzartig erweitert. Das Gebiet war ursprünglich gleichmässig in etwa 150 überwiegend 20 Meter schmale, tiefe Grundstücke von 1.000 bis 2.300 Quatratmeter Fläche parzelliert. Die Baukörper waren so plaziert, dass durch die 8 Meter tiefen Vorgärten ein gleichmässiger Distanzraum zur Strasse entstand und rückwärtig Nutzgärten bewirtschaftet werden konnten.
21 Häuser entstanden bis zum Ersten Weltkrieg: 1923 wurde die Gesellschaft aufgelöst, bis 1927 waren 26 Häuser errichtet. Zwischen 1945 und 1954 wurden Häuser von Besatzungstruppen beschlagnahmt. Der zentrale Platz wurde durch Auffüllung verändert. Ab 1954 ergänzten Neubauten die Siedlung, der Föhrenweg wurde neu angelegt. Bis 1960 entstanden 54 Häuser, die sich in der Bauweise und der Ausformung der Baukörper in die gegebene Struktur und Gestalt einfügen, wogegen die weiteren 50 Objekte, die nach 1960 errichtet wurden, durch Grundstücksteilung und Neuanlage von Stichwegen das ursprüngliche Konzept veränderten. Einzelne Objekte wurden beseitigt, Grundstücke neu aufgeteilt, die rückwertigen Freiflächen baulich verdichtet, wobei die bestehenden Bäume, überwiegend Eichen, weitgehend erhalten blieben.
Bearbeitet: Dietmar Weiß