Jahresberichte  aus dem Arbeitskreis Fachwerk - Denkmal - Stadtbildpflege

Mai 2015 bis April 2016

Dipl.-Ing. Dirk Lukas Kisch hat sich nach vielen Jahren der Mitarbeit aus dem Arbeitskreis (AK) verabschiedet. Die Teilnahme an den Sitzungen falle ihm mit seinen 86 Jahren zunehmend schwer. Er sei selbst überrascht, dass er so lange teilgenommen habe. Seit Oktober 2003 begleitet er unsere Arbeit mit seiner Berufserfahrung als Architekt und seinen fachlichen Einschätzungen. Erfahrung mit ehrenamtlichem Engagement im Bereich Stadtentwicklung hatte er bereits in den 60er und 70er Jahren bei der Unabhängigen Bürgerge-meinschaft (UBG) für Bensberg-Refrath sammeln und so zu den Erfolgen des AK beitragen können. Der AK dankt Herrn Kisch für seine Unterstützung und wünscht ihm für die kommende Zeit alles Gute.

Denkmalpflegeplan

Im Berichtszeitraum hat der AK sein Schwerpunktthema Ein Denkmalpflegeplan für Bergisch Gladbach aus dem Vorjahr fortgesetzt. Auf Einladung des AKs hielt Frau Dr. Gundula Lang, Gebietsreferentin beim Landschaftsverband Rheinland, Amt für Denkmalpflege, im Rahmen unserer Informationsreihe Denkmalschutz in unserer Stadt am 25.4.2016 einen Vortrag im Kunstmuseum Villa Zanders zum Thema Der Denkmalpflegeplan – Instrument für eine nachhaltige Denkmalpflege. Gekommen waren mehrere Vertreter aus der Politik, sowie Frau Elisabeth Sprenger, die neue Leiterin des Fachbereichs 6 bei der Stadt, zuständig für Planen und Bauen und darüber hinaus auch neue Leiterin der Unteren Denkmalbehörde.

Die Referentin erläuterte vor rund dreißig Zuhörern die Aufgaben und Ziele eines Denkmalpflegeplans. Er sei ein kulturhistorischer Fachbeitrag zur Entwicklung und Steuerung kommunaler Denkmalpflege, beziehe sich immer auf das gesamte Stadtgebiet und enthalte drei Handlungsfelder:

1. Eine Bestandsaufnahme und Analyse des Stadtgebiets unter siedlungsgeschichtlichen Gesichtspunkten.
2. Die Darstellung der Bau- und Bodendenkmäler, der Denkmal-bereiche, der Grabungsschutzgebiete sowie – nachrichtlich – der erhaltenswerten Bausubstanz.
3. Als Kernstück ein Planungs- und Handlungskonzept zur Festle-gung der Ziele und Maßnahmen, mit denen der Schutz, die Pflege und die Nutzung von Denkmälern im Rahmen der Stadtentwicklung verwirklicht werden sollen.

Im Anschluss an den Vortrag konn-ten die Besucher Fragen stellen und Kommentare abgeben. Ermutigend war die Äußerung von Frau Elisabeth Sprenger, die Sinnhaftigkeit eines Denkmalpflegeplans liege auf der Hand. Die Stadt habe für viele Teilfragen Konzepte, z. B. ein Einzelhandelskonzept, ein Verkehrskonzept, ein Gewerbeflächenkonzept. Mit einem Denkmalpflegeplan könnten die Belange der örtlichen Baukultur und der Kulturlandschaft in die Abwägung der Bauleitplanung einfließen. Darüber hinaus könne der Denkmalpflegeplan die tägliche Verwaltungsarbeit erleichtern, z. B. bei der Bearbeitung einer denkmalrechtlichen Erlaubnis oder der Festlegung von Umgebungsbereichen. Seine Umsetzung sei letztlich eine Frage von Personal und Geld.

Beim anschließenden Glas Kölsch in kleiner Runde kam der Vorschlag auf, der BGV möge einen Bürgerantrag zur Erarbeitung eines Denkmalpflegeplans stellen. So könne der Denkmalpflegeplan politisch beschlossen und mitgetragen werden.
Bereits am 28.4.2015 reichte der BGV bei Bürgermeister Lutz Ur-bach einen Antrag nach § 24 Gemeindeordnung ein, für das Stadtgebiet von Bergisch Gladbach einen Denkmalpflegeplan aufzustellen. Der Antrag ist ausführlich begründet.

Am 24.6.2015 wurde er dem Ausschuss für Anregungen und Be-schwerden vorgestellt. Frau Sprenger erläuterte, die Verwaltung begrüße einen Denkmalpflegeplan, der eine gute Grundlage für eine nachhaltige Stadtentwicklung sei. Auf Grund fehlenden Personals müsse eine solche Leistung an ein externes, mit der Aufstellung von Denkmalpflegeplänen vertrautes Büro vergeben werden.

Arbeitsumfang, Eigenleistung, Kosten und Fördermöglichkeiten würden detailliert geprüft. Die Ausschussmitglieder sahen ein berechtigtes Anliegen in dem Antrag und verwiesen das Thema einstimmig zur Beratung an den zuständigen Fachausschuss.
In den folgenden Wochen konnte die Stadtverwaltung die offenen Fragen weitgehend klären. In einer Beschlussvorlage vom 24.9.2015 für den Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss (SPLA) erläutert die Stadtverwaltung zunächst Bedeutung, Ziel und Nutzen eines Denkmalpflegeplans. Bergisch Gladbach befinde sich in einem stadtstrukturellen Veränderungsprozess. Alle derzeit anstehenden Planungen (Neuaufstellung des Flächennutzungsplans, Integrierte Handlungskonzepte, Rahmenplanungen, Bebauungspläne) würden u. a. mit der Zielsetzung erarbeitet, ein eigenes und eindeutiges Profil, eine unverwechselbare Identität der Stadt herauszuarbeiten. Das bauliche Erbe sei zu schützen und zu pflegen, die Geschichte der Stadt lebendig zu erhalten und die Werte der Kulturlandschaft hervorzuheben. Mit der Erstellung eines Denkmalpflegeplans werde dem historisch Gewachsenen, dem Denkmalwürdigen und Erhaltenswerten ein neuer und angemessener Stellenwert gegeben.

Seitens der Stadt werde bewusst angestrebt, dass die positiven Ergebnisse des Denkmalpflegeplans unmittelbar in die o. g. Planungen einfließen oder zumindest als Abwägungsmaterial mit herangezogen werden können. Die Verwaltung erläutert weiterhin, dass eine stadtinterne Arbeitsgruppe aus verschiedenen Abteilungen z. B. Stadtarchiv, Stadtplanung und Geoservice den Prozess begleiten werde. Die Öffentlichkeit werde angemessen beteiligt unter besonderer Berücksichtigung der örtlichen Heimat- und Geschichtsvereine. Es werde die Möglichkeit zur Mitarbeit sowie zu Diskussionen bei örtlichen Begehungen gegeben. Nach einer voraussichtlichen Bearbeitungszeit von drei Jahren, würden die Ergebnisse dem Ausschuss und den Bürgern vorgestellt. Danach erfolge die abschließende Beschlussfassung durch den Ausschuss und den Rat. Durch den Ratsbeschluss erhalte der Denkmalpflegeplan den Status eines baukulturellen Leitplans, der bei allen zukünftigen Planungen zu beachten sei.

Der Verwaltung gelang es, das Landesbauministerium als Fördermittelgeber zu gewinnen und den Denkmalpflegeplan für Bergisch Gladbach als Forschungsprojekt zu etablieren. Auf Grund der bisher relativ wenigen Denkmalpflegepläne in NRW fehlt es im Ministerium an Erfahrungen über Wirksamkeit und Bedeutung dieses kulturellen Fachplans. Da in Bergisch Gladbach derzeit eine Vielzahl von Planungsprozessen laufen oder beginnen, kann aus Sicht des Ministeriums bei entsprechender Dokumentation die Wirksamkeit eines Denkmalpflegeplans hier optimal abgelesen werden. Es wurden 75.000 € zugesagt, dies entspricht einem Anteil an den Gesamtkosten von ca. 80%.

Der AK begrüßt ausdrücklich die klare und eindeutige Position der Stadt. Mit der Vorgehensweise und Zielsetzung der Verwaltung werden wichtige im Vorfeld diskutierte Anliegen des AKs erfüllt, insbesondere bezüglich der Integration von Arbeitsergebnissen in aktuell anstehende Planungen, die somit Verbindlichkeit erhalten können und z. T. weit in die Zukunft reichen. Dies wurde nur möglich durch die rasche Klärung der Förderfrage und Anmeldung von Haushaltsmitteln. Dafür dankt der Arbeitskreis der Verwaltung ausdrücklich. Darüber hinaus hat die Verwaltung mehrfach ihre Bereitschaft bekundet, mit dem Bergischen Geschichtsverein zukünftig zusammenzuarbeiten. Der AK nimmt das Angebot gerne an und ist bereit, sein Wissen, seine fachlichen Kontakte und seine Tatkraft der Verwaltung zur Verfügung zu stellen. Es könne nicht immer in allen Fragen Einigkeit herrschen, bekundete Frau Sprenger im Gespräch, das Gemeinsame müsse dann durch Diskussion ausgelotet werden.

Die Vorlage, die mit großer Mehrheit im Ausschuss beschlossen wur-de, enthält weitere Informationen.

Mittlerweile hat das örtliche Architekturbüro Vogt-Werling, das sich bereits 2011 intensiv mit der Gartensiedlung Gronauer Wald beschäftigt hat und mehrere Denkmalpflegepläne für andere Kommunen der Region aufgestellt hat, von der Stadt den Auftrag erhalten, für die Stadtteile Bensberg und Bockenberg mit der Bearbeitung des Denkmalpflegeplans zu beginnen. Ziel der Stadt ist es, Ergebnisse der Bearbeitung in das bis zum Sommer 2016 vorliegende Integrierte Handlungskonzept Bensberg einzuspeisen. Für Umsetzungsmaßnahmen können anschließend Städtebaufördermittel beantragt werden. Derzeit erfolgt die Bearbeitung der historischen Grundlagen durch das Stadtarchiv. Die Sichtung historischer Karten für die beiden genannten Stadtteile ist weitgehend abgeschlossen. Sie dienen u. a. der Datierung von Gebäuden und der Dokumentation der Siedlungsgeschichte. Ab März 2016 erfolgen Ortsbegehungen.

Denkmal des Monats Juni 2015 - Die Kalköfen am Quirlsberg

Bei kühlem, bewölktem, aber trockenem Wetter versammelten sich gut 40 Interessierte vor den Kalköfen am Quirlsberg. Stephan von Wahl für den Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz und Max Morsches, Vorsitzender des BGV Rhein-Berg, begrüßten die Anwesenden. Als Eigentümervertreter war für das Evangelische Krankenhaus (EVK) der Technische Leiter Herr Giebeler gekommen. Die Stadt war mit der Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen Elisabeth Sprenger, dem Planungsleiter Wolfgang Honecker sowie durch Mascha Ryborsch, die neue und zusätzliche Mitarbeiterin bei der Unteren Denkmalbehörde in Bergisch Gladbach, sehr gut vertreten.

Dr. Alexander Kierdorf, Experte für Industriegeschichte und -kultur, hielt den Fachvortrag. Er erinnerte daran, dass die Kalkindustrie nach der Papierproduktion das wichtigste Gewerbe in Bergisch Gladbach gewesen sei und erläuterte die Funktionsweise eines Kalkofens sowie die Geschichte des Steinbruchs am Quirlsberg. Er verwies auf einen Inschriftenstein mittig auf der Ofenfrontseite, aus der das Baujahr 1875 und der Erbauer Albert Grah hervorgingen. Viele Jahrzehnte mit Schuppen und später mit einer Halle umbaut, wurden die beiden Öfen erst Ende 2013 beim Abriss der Halle und der Erstellung von Parkplätzen wieder sichtbar; einer davon nur teilweise, da er durch ein benachbartes Wohngebäude verdeckt wird.

Dr. Kierdorf verwies auf erhebliche Ausbrüche am Natursteinmauerwerk und auf die Dringlichkeit von kurzfristigen Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen. Eine Erforschung und Dokumentation der Öfen sowie des inneren Gangsystems hielt er für wünschenswert. Er betonte, dass die Kalköfen am Quirlsberg wegen des unmittelbar erlebbaren Bezugs zwischen dem Steinbruch und der Verarbeitung von Bodenschätzen eine zusätzliche Bedeutung und Aussagekraft hätten. Dieser funktionale Zusammenhang solle bei zukünftigen Planungen berücksichtigt und besser erlebbar gemacht werden. Er begrüße daher die städtische Idee einer innerstädtischen Kalkroute durch die Innenstadt. Sie biete die Chance, dass der Kalkofenanlage und dem Steinbruch die öffentliche Aufmerksamkeit zuteil werde, die dem hohen Erhaltungsaufwand der Anlage gerecht werde.

Im Anschluss an den Fachvortrag bekannte Fachbereichsleiterin Elisabeth Sprenger, dass sie beim Stichwort Kalköfen bisher immer nur an die Kalköfen Cox am S-Bahnhof gedacht habe. Heute habe sie dazugelernt. Sie informierte auf Nachfrage über die aktuellen Planungsabsichten des EVK und der Stadt. Die Bereiche Quirlsberg und Alte Feuerwache seien Bestandteil einer Rahmenplanung Innenstadt. Das EVK müsse die Zahl seiner Stellplätze vergrößern und beabsichtige, neben dem bereits vorhandenen Parkhaus ein weiteres mit etwa gleichem Volumen anzubauen. Das Denkmal werde dabei überbaut, müsse aber berücksichtigt werden. Daran solle auch nicht gerüttelt werden. Ein Bebauungsplan werde unter Beteiligung der Öffentlichkeit schon bald aufgestellt.

Stephan von Wahl erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Römermauer in einer Tiefgarage am Kölner Dom, die ebenfalls überbaut und doch auch öffentlich erlebbar sei. Eine Überbauung verhindere das Eindringen von Wasser und schütze somit den Ofen.

Bedauerlich war, dass gegen Ende der Veranstaltung den Teilnehmern keine Gelegenheit mehr für Fragen, Anregungen oder persönliche Erinnerungen gegeben wurde. So waren Bürger anwesend, die sich noch an Zeiten der Nutzung der Kalköfen als Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg erinnern konnten und persönliche Erlebnisse hätten einbringen können.

Da eine Innenbesichtigung der Kalköfen nicht möglich war, hatten sich die Veranstalter als Zusatzbonbon eine Führung auf einer seitens der Stadt angedachten Kalkroute durch die Innenstadt überlegt. Die Stadtführerin Roswitha Wirtz führte zu Orten mit Bezug zur Geschichte des Kalkgewerbes in Bergisch Gladbach. Am Bahnhof vor den Kalköfen Cox endete die Veranstaltung.

Im Nachgang zur Veranstaltung sandte der Rheinische Verein für Denkmalpflege einen Brief an die Stadtverwaltung mit einer Zusammenfassung seiner wichtigsten Anliegen. Das Antwortschreiben vom Januar 2016 enthält Zusagen, einen Ortstermin mit dem LVR-Amt zu vereinbaren, um geeignete Maßnahmen zur Sicherung des Bruchsteinmauerwerks zu finden. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes seien der Denkmalschutz und der Landschaftsschutz die beiden wesentlichen Herausforderungen im Planungsprozess. Den Gedanken der Kalkroute werde man beibehalten.


Bensberg Markt 6

Der AK hatte im Zusammenhang mit der Präsentation des Denkmals des Monats Oktober 2011 Neues Herwegshaus (Burggraben 1) auf die historische und städtebauliche Bedeutung des benachbarten, ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Bergwerksgesellschaft Berzelius (zuletzt Reisebüro Orzel) am Markt aufmerksam gemacht und mit Hinweis auf bauliche Fehlentwicklungen im rückwärtigen Bereich der östlichen Marktplatzseite eine städtebauliche Ordnung bezüglich zukünftiger Bauvorhaben empfohlen. Neubauten müssten sich in Bezug auf Bauform, Höhe und Grundstücksausnutzung an der überwiegend denkmalgeschützten, vorhandenen Bebauung im Malerwinkel und am Burggraben orientieren. Auf das in Sichtweite gelegene, kurfürstliche Barockschloss müsse Rücksicht genommen werden. Diese Hinweise waren insofern positiv aufgegriffen worden, als das Rheinische Amt für Denkmalpflege in einem Gutachten vom 20. Juni 2013 den Denkmalwert von Markt 6 feststellte und darüber hinaus die Verwaltung 2011 einen Bebauungsplanvorentwurf vorlegte, in dem Markt 6 neben dem Baudenkmal Burggraben 1 (Neues Herwegshaus) in seinem Bestand dargestellt war und im Übrigen eine angemessene und maßstabgerechte Neubebauung mit Satteldach vorschlug. Dieser Vorentwurf wurde mehrheitlich im Planungsausschuss angenommen. Später jedoch wurde die östliche Marktplatzseite im weiteren Bebauungsplanverfahren von der aktuellen Planung der Marktgalerie aus Zeitgründen abgekoppelt und in der Bearbeitung zurückgestellt.

Der Erhalt des Hauses Markt 6 sowie eine geordnete Neubebauung schienen auf einem guten Weg. Die weitere Entwicklung nahm jedoch einen gänzlich entgegengesetzten Verlauf.

Trotz des umfangreichen LVR-Gutachtens mit Angabe mehrerer Schutzgründe unterblieb eine Eintragung in die Denkmalliste und im März/April 2015 wurde die Abrissgenehmigung für Markt 6 seitens der Stadt erteilt. Die Verwaltung sah angesichts einer signalisierten gerichtlichen Auseinandersetzung des Eigentümers ein zu hohes Prozessrisiko, das sie mit baulichen Veränderungen und fehlenden Originalfenstern begründete. Und auch die städtebauliche Ordnung wurde aufgrund jüngster Veränderungen nicht weiter verfolgt, um die Spielräume für individuelle Lösungen zu erhöhen. Mit der Entscheidung, das Bebauungsplanverfahren einzustellen, wurde gleichzeitig ein geregeltes städtebauliches Verfahren unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, der Politik und der Bürger umgangen. Letztere hatten sich in zahlreichen Leserbriefen vehement für den Erhalt des Hauses Markt 6 ausgesprochen. Der derzeitig am Standort der ehemaligen Gaststätte Am Markt entstehende Baukörper sowie die bisher bekannten Pläne für das Grundstück Markt 6 zeigen den Verlust von Maßstab und Identität. An dieser stadtbildpflegeristadtbildpflegerischen Fehlentwicklung wird auch der eingeschaltete Gestaltungsbeirat nichts ändern können.
Der AK bedauert, dass gegebene Chancen nicht genutzt wurden. Mit mehr Mut und Rückhalt wäre eine dem historischen Standort angemessenere und städtebaulich überzeugendere Lösung möglich gewesen.

Sonstiges

Eine Initiative des AKs von 2011/12 mit Architekt Dr. Norbert Stannek und dem Bürgerverein Herrenstrunden, das ehemalige Pfarrhaus in Herrenstrunden unter Denkmalschutz zu stellen, führte mit der Eintragung in die Denkmalliste am 9.6.2015 zum Erfolg. Dieses weitgehend original erhaltene Fachwerkhaus von 1873/74 ist bedeutend für die Geschichte Herrenstrundens als Zeugnis der Orts- und Pfarrgeschichte. Darüber hinaus ist es mit der Vielzahl seiner architekturgeschichtlichen Befunde für die Erforschung des Hausbaus im 19. Jahrhundert im Bergischen Land von Bedeutung.

Auch die Alte Schule in Heidkamp ist nun anerkanntes Baudenkmal. Eine Ausarbeitung von Dr. Stannek und dem AK war Grundlage der Bewertung und fand Verwendung im Gutachten des LVR.

Nach einer Führung durch das Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg verbrachte der AK am 4.9.2015 bei anschließendem Grillen einen geselligen Nachmittag im Gartenhöfchen von Frau Angelika Graner. Am 3.12.2015 hielt der AK einen Vortrag über die Denkmäler des Monats 2008-2015 im GL.