Heimat zwischen Sülz und Dhünn, Heft 22, 2016

Inhalt

Erich Claßen
Eine Kalkbrennerei der römischen Kaiserzeit bei Bergisch Gladbach-Sand
2

Hans Mittler
Der Gronauer (Haupt-)Bahnhof und seine Geschichte
8

Lothar Speer
Engelbertus de Bensbure - Annäherung an eine Bensberger Familie des 13. Jahrhunderts
13

Nicolaus J. Breidenbach
Burg Breidenbach bei Lindlar
20

Enzio Fehre
Evangelische Kirchengeschichte Bensberg und Bergisches Land
27

Peter Lückerath
Bensberg, Markt 6 - Zur Geschichte eines abgebrochenen Hauses
34

Peter Lückerath
Die Villa Augusta in Bensberg und deren Bauherr Heinrich Lüdenbach (1852-1929)
37

Michael Werling
Fritz Behn und die Gefallenen - Gedenkstätten bei Zanders
45

Michael Werling
Über das Zanders Bähnche und andere Lokomotiven der Zanders-Werke
51

Gerhard Geurts
Kriegsalltag 1914/18 in Bergisch Gladbachs Fabriken
55

H. Leonhard Brenner
Ein Brief aus Bergisch Gladbach vom Sommer 1941
59

Peter Lückerath
Italienische Kriegstote in Bensberg im April 1945 - Rückschau auf das Ereignis anhand der vorhandenen Quellen
61

Willi Fritzen
Identität eines Kriegsgefangenen nach 70 Jahren geklärt - Alberto Roscini starb beim Artilleriebeschuss Bensbergs imApnl 1945
63

Karl H. Fröhlingsdorf
Verzällcher
58

Albert Böcker
Jahresbericht 2015 Mundart-Cafe
66

Bruchhausen/Effertz
Mundartgedichte
66

Gerhard Ommer
E Bejräbnis vun enem Lüggete öm 1925 eröm
67

Karl H. Fröhlingsdorf
Verzällcher
68

Thomas Klostermann
Bericht aus dem AK Fachwerk -Denkmal - Stadtbildpflege
70

Wolfgang Aretz / Peter Lückerath
Bericht des Arbeitskreises Genealogie / Familienforschung
74

Hans-Josef Nießen
Jahresrückblick 2015
77

Farbige Beilage:
H. Leonhard Brenner
Herrenstrunden 1730, 1766 und 1791
 

Zum Titelbild dieses Heftes:

Villa Augusta in Bensberg
(Sammlung BGV Rhein-Berg)

Zum Geleit

Im letzten Jahr wurden wir gebeten, einen alten Kaufvertrag über ein Haus in der Gronauer Waldsiedlung zu transkribieren. Auf dem Grundstück ist eine Grunddienstbarkeit eingetragen, die der jetzige Eigentümer nicht kannte, da er die alte Kurrentschrift im ersten Kaufvertrag nicht lesen konnte. Die Verkäuferin Anna Zanders hatte verfügt, dass der Käufer verpflichtet sei, zum Erhalt der Wege, d. h. der Straßen, weiterhin mit Kohlenasche und Dolomit beizutragen. Neubauten, also Anbauten, dürfen nur mit Genehmigung der Verkäuferin errichtet werden. Ohne Erlaubnis der Verkäuferin errichtete Bauten musste man nach Aufforderung innerhalb von 14 Tagen abreißen. Wahrscheinlich wurden diese und weitere Grunddienstbarkeiten in jeden Kaufvertrag aufgenommen.

Über diese Bestimmungen ist die Zeit hinweg geschritten. Die Straßen sind asphaltiert oder gepflastert, viele der kleinen Häuser haben inzwischen Anbauten, die vom Bauamt genehmigt worden sind.

Diese kleine Geschichte ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Änderungen unserer Lebensverhältnisse in den letzten hundert Jahren.

Uns ist als Geschichtsverein die Aufgabe, das Vergangene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Der Fortschritt bringt mancherlei Nutzen, doch sollte man auch die negativen Seiten sehen. Unter dem Vorwand, das Alte zu bewahren, werden heute grausame Kriege geführt, wobei man sich ironischerweise bei den Waffen der modernsten Technik bedient.

Es bleibt zu hoffen, dass der Spagat zwischen Tradition und Fortschritt irgendwann auf friedliche Art bewältigt werden kann.

Hans Leonhard Brenner
Ehrenvorsitzender
BGV Rhein-Berg

Das freundliche Lokal
für alle Freunde der Lokalgeschichte