Denkmal des Monats Oktober 2013

Von Thomas Klostermann

Die Veranstaltung ´Denkmal des Monats´ Oktober 2013: Sander Hof

Zur 13. Präsentation eines ´Denkmal des Monats´ in Bergisch Gladbach suchten Rheinischer Verein (RVDL) und Bergischer Geschichtsverein (BGV) aus guten Gründen den ´Sander Hof´ aus, ein unverzichtbares Zeugnis der Sander Ortsgeschichte (Näheres s. Anlage). Feierte doch dieser alte Fachwerkhof von 1713 an der Ommerbornstraße im Ortsteil Sand das 300. Jahr seiner Errichtung. Bereits vor 30 Jahren war sein Denkmalwert durch das Rheinische Amt für Denkmalpflege fest gestellt worden. Das Eintragungsverfahren ist jedoch auf Grund von Einsprüchen der Eigentümer bis heute nicht abgeschlossen worden. Vor 10 Jahren war der unmittelbar vor dem Hof liegende mittelalterliche Kirchhof zum Denkmal des Monats ernannt worden. In der Folge wurde das völlig verwilderte Areal mit 35 Grabkreuzen mittels Fleiß und Spenden durch ehrenamtliches Bürgerengagement umfangreich saniert. Immer wieder erfolgen Pflegeaktionen. Der Kirchhof bildet heute mit seinen umliegenden Fachwerkgebäuden und dem 1832 aus Bruchsteinen gemauerten Pfarrhaus des so genannten Bergischen Heldenpastors Johann-Peter Ommerborn den historischen Ortsmittelpunkt und ist ein gern besuchter Attraktionspunkt in Bergisch Gladbach geworden. Ziel des Aktionstages 2013 war es, die Öffentlichkeit auf die historische und städtebauliche Bedeutung des Sander Hofes als wesentlicher Teil eines Gesamtensembles aufmerksam zu machen, aber auch auf seine potentielle Gefährdung.

Wieder einmal war der Wettergott den Veranstaltern hold. Bei schönem Herbstwetter kamen ca. 50 interessierte Bürger und Bürgerinnen, darunter auch Bürgermeister Lutz Urbach sowie der ehemalige Bürgermeister und Bundestagsabgeordnete Franz Heinrich Krey, letzterer mit familiären Beziehungen zu diesem Hof. Die neue und prominente Regionalverbandsvorsitzende im RVDL, Frau Professor Dr. Schock-Werner, begrüßte die Gäste und moderierte die Veranstaltung. Prof. Dr. Michael Werling von der Fachhochschule Köln-Deutz, Institut für Baukultur und Denkmalpflege, präsentierte einen erstklassigen Vortrag zur Geschichte des Hofes, zu den Wohn- und Lebensverhältnissen und zur Fachwerkarchitektur. Er ging auch auf die noch weitgehend intakte bauliche Gesamtsituation um den alten Kirchhof ein und appellierte an die Denkmalbehörden, das Eintragungsverfahren für den Sander Hof zum Abschluss zu bringen, damit er - auch rechtlich gesichert - für kommende Generationen langfristig und verlässlich erhalten bleibt.

Die Eigentümer des Sander Hofes, die sich im Vorfeld nicht ausreichend informiert fühlten, waren bei der Veranstaltung nicht erschienen. Ihre ablehnende Haltung zum Denkmalschutz war dem BGV aus Vorgesprächen, in denen auch die Sorge bezüglich einer „Enteignung“ zum Ausdruck kam, bekannt. Im Rückblick wäre ein offizielles Informationsgespräch vorab seitens des Vorstands des RVDL der bessere Weg gewesen. Darin hätten die tatsächlichen Konsequenzen, aber auch die Chancen von Denkmalschutz erläutert werden können. So wendeten sich die Eigentümer erbost an die Presse und in der folgenden Berichterstattung entstand bedauerlicherweise auch eine ungewollt negative Facette zu dieser Veranstaltung.

Nichtsdestotrotz bleibt der ´Denkmalschutz´ ein wichtiges Thema. Selbst wenn die Eigentümer laut Pressebericht den Sander Hof zukünftig zu erhalten beabsichtigen, besteht doch die Gefahr, dass ohne denkmalpflegerische Beratung durch zukünftige Modernisierungsmaßnahmen wie z. B. Alu-Fenstereinbauten oder Putz- und Isolierarbeiten die Fachwerkkonstruktion bautechnisch Schaden nehmen könnte oder die Ansicht durch An- und Aufbauten optisch verunstaltet wird. Negative Beispiele dafür gibt es genügend, - auch im unmittelbaren Umfeld. „Alle Beteiligten gehören an einen Tisch“ bringt es ein Nachbar auf den Punkt. Erste Schritte dazu hat die Stadtverwaltung zwischenzeitlich eingeleitet.

 Besucher vor dem Ommerborndenkmal   Sander Hof mit modernem Anbau rechts   Kirchhof von der Ommerbornstraße gesehen