Der Künstler Johannes Maaßen

Im westfälischen Disteln, das heute zu Recklingshausen gehört, kam Johannes Maaßen 1919 auf die Welt. Er wurde Anstreichermeister und studierte Malerei in Hamburg. Nach einer Kriegsverwundung wurde er Lehrer an verschiedenen Volks- und Realschulen in Bensberg und Bergisch Gladbach. Nach der Pensionierung zog er nach Zell an der Mosel und betätigte sich dort ab 1978 mehr als ein Jahrzehnt lang als Maler. 1996 starb er in Bensberg.

Johannes Maaßen schuf über zweihundert Ölgemälde, jeden Monat etwa zwei. Aquarelle, die er in der Zeit seiner Jugend und seiner beruflichen Tätigkeit fertigte, sind meist verloren gegangen. Erst 1985 begann er wieder, in dieser Technik zu malen. Bis Ende 1986 entstanden über hundert Aquarelle, also im Durchschnitt jede Woche eines in diesen zwei Jahren. Aber auch andere Arbeiten auf Papier, wie z. B. Pastellbilder, gehören zu seinen schönsten Werken.

Hunderte von Zeichnungen fertigte er, meist mit Tusche, aber auch mit Bleistift, Kreide oder Kohle. Die Zeichnungen fehlen oft im Werksverzeichnis. 1990 schuf er mit eigener Druckerpresse Radierungen sowie Linol- und Holzschnitte. Seine Bilder zeigen Motive von Mosel und Eifel. In den Orten malte er Ansichten von Fachwerkbauten und Kirchen. Seine Landschaftsbilder leben von Bäumen im Vordergrund und den Silhouetten der Berge und Hügel. Eine große Rolle in seinen Bildern spielt das Wasser: Bäche, Maare oder auch der große Fluss. Er liebte die Farben des Herbstlaubs.

Johannes Maaßen war Verfechter der Lehre Gustaf Britschs, der die Vorherrschaft mathematischer Gesetze und die Verpflichtung der Künstler zu einer bestimmten Kunstschule oder Kunstrichtung ablehnte. Johannes Maaßen malte in seiner ureigensten Art. Einige seiner Aquarelle haben eine Ähnlichkeit mit Ölgemälden. Bei anderen Bildern spürt man die Leichtigkeit der Komposition, die das Aquarell ermöglicht.

Seine Bilder waren in der Zeit von 1985 bis 1988 in vielen Ausstellungen an der Mosel und in der Eifel zu bewundern.

Kurzer Lebenslauf

Johannes Peter Maaßen kam am 2. Juni 1919 als siebtes von neun Kindern einer Bergmannsfamilie zur Welt. Sein Geburtsort Disteln gehörte zur Stadt Herten, ehe er 1975 Recklinghausen zugeschlagen wurde.

Nach der Schule absolvierte Johannes Maaßen eine Lehre als Anstreicher. In Hamburg arbeitete er ab 1937 als Malergeselle. Dort schaffte er 1943 die Meisterprüfung als Maler. Im Krieg kämpfte er zunächst in Frankreich und dann an der Ostfront. Eine Verwundung am rechten Schultergelenk brachte eine Wende in seinem Leben. Nun lehnte er Krieg und jegliche Anwendung von Gewalt ab. Während seiner Zeit im Lazarett zu Nimptsch in Niederschlesien lernte er Erna Hofert aus dem benachbarten Panthenau kennen, mit der er ab 1943 über 50 Jahre lang verheiratet blieb.

Durch seine Verwundung konnte Johannes Maaßen den rechten Arm nicht mehr über die Horizontale anheben. So eignete er sich nicht mehr zum Soldaten und auch nicht mehr zum Anstreicher. Er studierte in Frankfurt an der Oder auf das Lehramt und arbeitete als Volksschullehrer in Petersdorf am Fuße des diese niederschlesische Region beherrschenden Berges Zopten. Im Lehrerhaus neben der Schule wurde 1944 seine älteste Tochter geboren.

Nach dem Krieg kehrte Johannes Maaßen in seinen Heimatort Disteln im Ruhrgebiet zurück und absolvierte eine Volksschullehrer-Ausbildung in Recklinghausen.

1949 wurde er Lehrer an der Katholischen Volksschule „An der Wolfsmaar" in Refrath. Zwei Jahre später wechselte er zur Katholischen Volksschule in Bensberg. Hier unterrichtete er zuerst noch in Baracken am „Deutschen Platz" und dann an der „Eichelstraße".

Nebenbei bildete sich Johannes Maaßen in Abendkursen am Werklehrer-Seminar in Köln weiter. Hier erkannte man bald seine Fähigkeiten und stellte ihn als Dozenten ein. Nun konnte er selbst Junglehrer und Kindergärtnerinnen ausbilden. Dies war der Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn.

Leider wurde das Werklehrer-Seminar nach Düsseldorf verlegt. Johannes Maaßen ging nicht mit, weil er sein neugebautes Eigenheim am Klausenberg in Bensberg nicht aufgeben wollte. Nach einer Zusatzausbildung unterrichtete er lange an der Realschule in Bergisch Gladbach. Später wechselte er zur Johannes-Gutenberg-Realschule in Bensberg, wo er nach 35 Jahren im öffentlichen Dienst pensioniert wurde.

Johannes Maaßen engagierte sich im Gesangverein „Harmonie Kaule" und wurde Mitarbeiter im Turnverein Bensberg, für den er die Mitglieder- und Beitragskartei pflegte.

1979 zog er mit seiner Frau für mehr als ein Jahrzehnt in sein Haus zu Zell an der Mosel. Von 1980 bis 1991 arbeitete er hier als Landschaftsmaler.

Die letzten fünf Jahre seines Lebens verbrachte Johannes Maaßen wieder am Klausenberg in Bensberg, wo er am 27. Januar 1996 starb. Er hinterließ neben seiner Witwe fünf Töchter und einen Sohn sowie dreizehn Enkelkinder.

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