Schriftenreihe des BGV

Band 5: Ruhmreiche Berge 1930 - 41

Reprint "Ruhmreiche Berge, Heimatkundliche Beilage der Heiderschen Zeitung", Nachdruck der Jahrgänge 1930 - 41

Hans Leonhard Brenner

323 Seiten, Broschiert

Herausgeber und Verlag: Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg e.V.

Bergisch Gladbach 1992

ISBN: 3-932326-05-9

Preis: 10 €

Vorwort

Das seit 1890 von Johann Heider herausgegebene „Volksblatt für Berg.-Gladbach und Umgegend" erschien zunächst einmal wöchentlich am Samstag. Bald wurde das neue Blatt zweimal in der Woche, wenig später schon dreimal gedruckt. Ab dem 1. Oktober 1896 wurde es unter dem neuen Namen „Bergisch Gladbacher Volkszeitung" zu einer echten Tageszeitung mit sechs Ausgaben in der Woche.

Als 1924 die erste Rotationsmaschine bei Heider installiert wurde, begann man auch mit einer eigenen Wochenendbeilage, die den Namen „Guten Abend" erhielt. In den ersten Jahren war es eine normale Wochenendbeilage, wie wir sie auch heute noch kennen. Neben humoristischen Beiträgen gab es Rätsel, besinnliche Geschichten und Wissenswertes. Dazu kamen heimatgeschichtliche Beiträge.

1927 wurden Inhalt und Format des „Guten Abend" verändert. Aus der normalen Wochenendbeilage entstand eine heimatgeschichtliche Publikation. Das Seitenformat entsprach einer halben Zeitungsseite (quer), so daß aus einer Zeitungsseite ein einmal gefaltetes Blatt von vier Seiten entstand, das etwa das Format DIN A4 hatte. Es konnte aus der Zeitung entnommen und gesammelt werden.

Die Schriftleitung übernahm Dr. Ferdinand Schmilz, Lehrer am Bergisch Gladbacher Pro¬gymnasium und ein engagierter und fachkundiger Lokalhistoriker. Er hatte bereits 1907 das Paffrather Rote Meßbuch übertragen und in den Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein veröffentlicht. Von ihm stammt auch ein 1921 erschienenes Buch über die Ber¬gisch Gladbacher Papiermühlen, das bis heute noch nicht übertroffen worden ist. Wöchentlich erschienen nun heimatgeschichtliche Aufsätze und Quelleneditionen, ergänzt um Gedichte, Mundartbeiträge und heimatgeschichtliche Erzählungen.

1929 wurde der „Gute Abend" umbenannt in „Ruhmreiche Berge!", gleichzeitig veränderte man die Drucktype. Während die Heidersche Zeitung weiterhin die damals übliche Frakturschrift verwandte, wurde „Ruhmreiche Berge!" in der Antiqua gedruckt, so daß Zeitung und Beilage auch optisch stärker getrennt waren.

1929 erschienen noch 52 Ausgaben im Jahr. Ab 1930 ließen Material und Kraft - Ferdinand Schmilz war inzwischen 64 Jahre alt - offensichtlich nach. 1930 waren es 19 Ausgaben, 1931 nur noch sieben. Ab 1932 wurde dann durchnumeriert. In vier Jahren erschienen lediglich 20 Folgen von „Ruhmreiche Berge!".

Ab 1933 schrieb Ferdinand Schmitz die meisten der erschienenen Beiträge selbst, da viele der bisherigen Autoren zu anderen Publikationen abwanderten.

Von 1936 an gab es eine gewisse Konsolidierung. Pro Jahr wurden sechs Ausgaben gedruckt, die allerdings in recht unterschiedlichen Abständen erschienen, manche erst mehrere Monate nach dem vorgesehenen Termin.

Die Zeitungsbeilage „Ruhmreiche Berge!" fand zunächst ihr Ende im 2. Weltkrieg. Ihr geistiger Vater Ferdinand Schmitz starb am 5. September 1943 im Alter von knapp 77 Jahren. Noch einmal lebte „Ruhmreiche Berge!" als heimatkundliche Beilage der „Bergischen Landeszeitung" auf. Die erste Folge erschien im Oktober 1949, die letzte wahrscheinlich im August 1950. Die Schriftleitung übernahm Dr. Hermann-Josef Kreutz.

Die Funktion von „Ruhmreiche Berge!" hatte zu der Zeit bereits die Beilage „Zwischen Wipper und Rhein" der Bergischen Rundschau übernommen, die seit 1947 erschien und bis 1956 bestand.

Die seit 1949 unter dem Titel „Bergische Landeszeitung" gedruckte Heidersche Zeitung wurde seit 1952 vom Heinen-Verlag publiziert und als Ausgabe der Kölnischen Rundschau unter diesem Namen fortgeführt.

Von „Guten Abend" und „Ruhmreiche Berge!" sind fast 900 Seiten erschienen. Sie waren zwar zum Sammeln konzipiert, doch sind diese Sammlungen fast alle untergegangen. Vollständig dürften sie nur in Zeitungsarchiven erhalten sein.

Die Abteilung Rhein-Berg des Bergischen Geschichtsvereins hat es sich zur Aufgabe gemacht, den fast vergessenen Schatz zu heben. Den Anfang macht dieser Band von „Ruhmreiche Berge!", der die Jahre von 1930 bis 1941 umfaßt. Weitere Bände sollen folgen. Wann dies sein wird, entscheiden die Leser und vor allem die Käufer dieser Neuauflage. Sicherlich ist über viele Beiträge die Zeit hinweggegangen. Mancher Irrtum dürfte inzwischen korrigiert sein. Wenn Ferdinand Schmitz beispielsweise fast sämtliche Flurnamen Bergisch Gladbachs auflistet und ethymologisch deutet, kommt es auch hin und wieder zu Fehlinterpretationen. So dürften seine Erklärungen von Buchmühle und Rosser Gut als früheste Hinweise auf bergbauliche Tätigkeiten in Bergisch Gladbach (Buchmühle - Pochmühle, Rosser Gut = Erzrösterei) ebensowenig zutreffen wie seine Deutung von Aspert als Espenrodung. Hier wurde um 1850 ein jahrhundertealter Eichenwald gefällt.

Von derartigen kleinen Fehlern einmal abgesehen, die sich auch in neueren Publikationen im selben Umfang finden, enthalten die Beiträge so viele wertvolle Informationen, daß eine unveränderte Neuauflage zu vertreten ist. Daß das alte Druckbild nicht immer unseren heutigen Vorstellungen entspricht, sollte der Leser tolerieren. Es liegt in der Natur der Sache, daß Reprintdrucke qualitativ nicht besser ausfallen als der Originaldruck. Dieser basiert auf der alten Zeitungsdrucktechnik der früheren Jahre.

Das freundliche Lokal
für alle Freunde der Lokalgeschichte