Schriftenreihe des BGV

Band 7: Ruhmreiche Berge, 1929, 1931, 1933

Reprint "Ruhmreiche Berge, Heimatkundliche Beilage der Heiderschen Zeitung", Jahrgang 1929, Sonderausgaben 75 Jahre Stadt B. Gladbach (1931) und 800 Jahre Altenberg (1933)

Hans Leonhard Brenner

312 Seiten, Broschiert

Herausgeber und Verlag: Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg e.V.

Bergisch Gladbach 1993

ISBN: 3-932326-07-5

Preis: 10 €

Vorwort

Mit diesem zweiten Reprintband von „Ruhmreiche Berge" liegen nun alle unter diesem Titel bis 1941 erschienenen Folgen der heimatkundlichen Beilage der Heiderschen Zeitung einschließlich der Sonderausgaben vor.

Die beiden Sonderausgaben zum fünfundsiebzigjährigen Stadtjubiläurn von Bergisch Gladbach sind zwar nicht ausdrücklich als Folgen von „Ruhmreiche Berge" gekennzeichnet, doch lassen sie sich durch Aufmachung, Themenwahl und Autoren ohne weiteres einordnen. Das sieht man vor allem an dem Aufsatz von Peter Engels „Zur Geschichte der Höheren Schule in Gladbach", dessen Fortsetzungen in den regulären Ausgaben von „Ruhmreiche Berge" erschienen sind.

Der Jahrgang 1929 enthält einige Themenschwerpunkte. Es sind Beiträge zur Geschichte verschiedener Schulen, zur Ortsgeschichte von Heumar, zur Geschichte von Höfen und Rittersitzen im Verbreitungsgebiet der Heiderschen Zeitung oder die Nachdrucke älterer Schriften zur Ortsgeschichte von Refrath. Dazu kommen interessante Beiträge zur Volkskunde, mündlich überlieferte Gedichte aus der Mappe des Volksliedwarts und vieles andere mehr. Es sind insgesamt über hundert verschiedene Arbeiten.

Die nun vorliegenden zwei Reprintbände von „Ruhmreiche Berge" umfassen den Zeitraum von 1929 bis 1941. Das war die Zeit der Weltwirtschaftskrise, der großen Arbeitslosigkeit in Deutschland, der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 und des Beginns des Zweiten Weltkriegs 1939.

Von alledem ist in „Ruhmreiche Berge" nur wenig zu spüren. Man mag einwenden, daß eine historische Zeitungsbeilage den Blick ohnehin rückwärts wendet und deswegen zum aktuellen Tagesgeschehen keinen Bezug nimmt. Es ist anderseits für den Nationalsozialismus und alle mit ihm verwandten totalitären Systeme typisch, daß auch scheinbar unpolitische Publikationen in den Dienst der Ideologie gestellt werden müssen. Der „Bergische Kalender" hat dieses Schicksal ebenso erfahren wie das aus Anlaß der Übersiedlung des Landratsamtes nach Bergisch Gladbach herausgegebene Heimatbuch „Der Rheinisch-Bergische Kreis" von 1933. In letzterem finden wir die Namen verschiedener Autoren wieder, die bis 1933 bei „Ruhmreiche Berge" mitgearbeitet haben, dann aber in der Autorenliste nicht mehr erscheinen. Daß „Ruhmreiche Berge" nicht von den politischen Kräften der Zeit gleichgeschaltet worden ist, hat verschiedene Ursachen. Die seit 1896 „Bergisch Gladbacher Volkszeitung" und seit 1929 „Rheinisch-Bergische Zeitung" genannte Heidersche Zeitung stand dem konservativen Zentrum nahe und war der neuen Ideologie ohnehin nicht zugeneigt. Ferdinand Schmilz, Schriftleiter von „Ruhmreiche Berge" und engagierter Katholik, stand im selben Lager. Er war 1933 schon pensioniert und brauchte keine Rücksicht mehr auf die neuen Machthaber zu nehmen, wie dies die jüngeren Autoren von sich aus taten oder tun mußten. Daß auch er von den Politikern bedrängt wurde, zeigt eine Postkarte von 1937, die er an den Geschäftsführer der Abteilung Rheinisch-Bergischer Kreis des Bergischen Geschichtsvereins schickte:

„Sehr geehrter Herr Dr. Jux, was in den letzten Wochen namentlich auch aus dem Landratsamt von mir verlangt und erwartet wird, übersteigt meine Kräfte bei weitem. Ich muß mich wehren wie ein Hund, den man jagt und kann auch beim besten Willen nicht das geringste mehr übernehmen. An mein bäuerliches Urkundenbuch komme ich kaum noch, wenn ich in der Abwehr alles anderen nicht Gewalt brauche. Bitte, gehen Sie in sich und verlangen Sie nichts von mir. Wenn ich es leisten könnte, wäre ich wie immer gerne dabei."

Wie schon beim ersten Reprintband von „Ruhmreiche Berge" erwähnt, kann ein Nachdruck nicht besser sein als das Original, das auf der Zeitungsdrucktechnik der zwanziger und dreißiger Jahre basiert. Der Leser möge dies an der einen oder anderen Stelle tolerieren.

Das freundliche Lokal
für alle Freunde der Lokalgeschichte