Grundriss der „Alten Sander Kirche“

Von Manfred Dasbach

Oberflächige, ebenerdige Darstellung der Kirchengrundmauern der „Alten Kirche Sand von 1653“ auf dem Alten Kirchhof in Sand mit Grauwacke-Naturplatten, polygonal, ca. 10 cm stark, unbearbeitet.

Viele Teilnehmer der Geschichtewanderungen im Ortsteil Sand mit Manfred Dasbach fragten immer wieder, wo denn genau auf dem Kirchhof die alte Kirche eigentlich gestanden habe, und ob man nicht zumindest die Umrisse sichtbar machen könne. Auf Initiative von Dasbach spendeten Sander Bürger, Vereine und Unternehmen einen Beitrag zur Verwirklichung dieser Maßnahme. Nach fast drei Jahren waren 2010 ca. 2.000 € zusammen und alle Genehmigungen eingeholt. Da im August 2011 das Fest der 125jährigen Konsekration (Kirchenweihe und Weihe der drei Altäre) der heutigen Kirche St. Severin bevorstand, bot es sich an, die Arbeiten zu diesem Zeitpunkt vorzunehmen.

Die Planung übernahmen die Herren Kisch und Held. Grundlage waren Zeichnungen von Baumeister Freitag (1868) sowie die Veröffentlichungen zur geophysikalischen Erforschung des Sander Kirchhofuntergrundes (2006) durch Prof. Dr. Michael Werling und Dr. Harald von der Osten-Woldenburg. Beides war zur genauen Maßfestlegung der Kirchenumrisse im Rasen des alten Kirchhofs sehr hilfreich.

Da die Arbeiten ehrenamtlich in Eigenleistung von den langjährigen Helfern beim Erhalt des Kirchhofs verrichtet werden sollten, stellte sich die Frage, wer von ihnen körperlich noch in der Lage sei, die schweren Platten in die Erde zu bringen. Es folgte die Feststellung: Wir können es alleine nicht leisten. Bei einem Treffen mit der KG Närrische Sander erklärten sich spontan die jungen Leute der KG bereit, den ehrenamtlichen Kirchhofpflegern und den Mitgliedern des federführenden Bergischen Geschichtsvereins (BGV) zu helfen.

Zehn kräftige Männer begannen am Samstag ab 9.00 Uhr, dem Tag vor der sonntäglichen Kirchweihe, unterstützt von einigen noch starken Rentnern, mit Schaufel und Hacke die Gräben auszuheben. Es bildeten sich kleine Arbeitsgruppen, die zeitgleich an vielen Ecken mit der Verlegung der schweren Steine begannen. Daraus wurde ein fröhliches Wetteifern, welche der Gruppen am besten und schnellsten wie viele Steine verlegen konnte.

Kleine Auszeit, die zur Verteilung von weiteren Arbeiten genutzt wird

Pünktlich um 13:30 Uhr war die Riesenarbeit vollendet, wenn auch der ein oder andere über Rückenschmerzen klagte. Gerade rechtzeitig zum Fototermin für die zahlreich erschienene Presse, die das Ereignis der „Sichtbarmachung der Grundmauern der Alten Kirche Sand von 1653 - 1894“ durch große Artikel in ihren Zeitungen zu würdigen wusste.

Die Helfer, die zum Teil seit vielen Jahren zum Erhalt des Kirchhofs beitragen

Doch schon wartet die nächste schwere Aufgabe: Die Erhaltungs-Restaurierung und Reparatur der mittelalterlichen Einfriedungsmauer des Alten Sander Kirchhofs, die nach den Schäden des letzten, schweren Winters zusammen zu brechen droht. Hierzu sind dem BGV zwar schon einige Spenden zugegangen, gesammelt von Herrn Adi Neu. Um die große Aufgabe bewältigen zu können, bedarf es allerdings noch einer erheblichen Aufstockung.

Das freundliche Lokal
für alle Freunde der Lokalgeschichte