Schriftenreihe des BGV

Band 48: Lückerath

Lückerath - Ein Ortsteil in Bergisch Gladbach und seine Geschichte

Willi Ommer

240 Seiten, Broschiert

Herausgeber und Verlag: Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg e.V.
Gefördert durch die Stadt Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach 2006

ISBN: 3-932326-48-2

Preis: 10 €

Lückerath ist heute ein Stadtbezirk von Bergisch Gladbach und ist aus den alten Wohnplätzen Ober- und Unterlückerath sowie Neuborn entstanden. Lückerath war nie eine eigene Ort- oder Honschaft, da Oberlückerath zu Bensberg gehörte und die beiden anderen Teile zu (Bergisch) Gladbach. Wegen der etwas abseitigen Lage hat sich Lückerath dennoch in einem gewissen Rahmen als eigenständig erwiesen und ist inzwischen durch die modernere Bebauuung zu einem dichtbesiedelten, geschlossenen Wohngebiet geworden.

Als der Autor vor etlichen Jahren einen Vortrag aufgrund der vorhandenen Literatur hielt, hat er nach eigener Aussage noch nie so viel gelogen wie zuvor in seinem Leben. Das war der Anlass, die Geschichte Lückeraths aus den Quellen heraus neu zu bearbeiten, wofür Willi Ommer beinahe acht Jahre benötigt hat. Das Ergebnis ist ein fast ausschließlich aus Urkunden und Akten schöpfendes Werk, das außerordentlich gründlich recherchiert ist. Da Lückerath ursprünglich nur aus wenigen Höfen bestand und auch kein großes Gebiet umfasste, ergibt es sich zwangsläufig, dass es viele Verbindungslinien zu den umgebenden Orten gibt. Naturgemäß ist die frühe Geschichte Lückeraths die der adligen Grundherren, denn nur von diesen ist in alten Urkunden die Rede. In späteren Jahrhunderten tritt dann die Geschichte der kleinen Leute, nämlich der Pächter und späteren Eigentümer, immer mehr in den Vordergrund.

Neben der Landwirtschaft waren wichtige Erwerbszweige die Kalkbrennerei im benachbarten Refrath nebst der Trassgewinnung (Trass = vulkanisches Gestein, Zementzuschlag) und im 19. Jahrhundert die Arbeit in der Zinkhütte, die Lückerath einen ersten Aufschwung bescherte.

Knapp ein Drittel des Buchs nimmt der Urkundenanhang ein, der 61 Urkunden aus der Zeit von 1166 bis 1860 im vollen Textumfang enthält, wobei bei frühen Urkunden sowohl der lateinische Originaltext als auch die hochdeutsche Übersetzung enthalten sind. Als 62. "Urkunde" ist eine Zusammenstellung der Inhaltsangaben von 20 notariellen Verträgen rund um Lückerath aus der Zeit von 1810 bis 1837 enthalten, die so bei Bedarf leicht im Bestand von Schloss Kalkum eingesehen werden können.

Aufgelockert ist der Text durch etliche alte Fotos, die natürlich nicht aus der im Text behandelten Zeit stammen, sondern eher als "Eyecatcher" gedacht sind, um an Lückerath interessierten, aber mit älterer Geschichte weniger vertrauten Geschichtsfreunden einen Zugang zu dem neuen Werk zu bieten.

Das ansprechend gestaltete Buch ist von hoher inhaltlicher Qualität und nicht nur allein wegen des Urkundenanhangs allen zu empfehlen, die an der Geschichte des südlichen Bergischen Landes interessiert sind.

Das freundliche Lokal
für alle Freunde der Lokalgeschichte