Schriftenreihe des BGV

Band 51: Gronau

Gronau

Autorengemeinschaft: Hans Leonhard Brenner, Gerhard Geurts, Hans Mittler, Franz Ott, Dieter Schnell, Herbert Stahl, Klaus Wetterau

208 Seiten, Broschiert

Herausgeber und Verlag: Bergischer Geschichtsverein Rhein-Berg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach 2007

ISBN: 978-932326-51-6

Preis: 10 €

Aus dem Vorwort

Von Herbert Stahl

Ende der 1950er Jahre zog es mich auf Freiersfüßen nach Gronau, genauer gesagt, nach Schlodderdich. Durch meine damalige Tätigkeit beim Postamt Bergisch Gladbach war mir bereits vorher bekannt, dass sich dieser Ortsteil nach Westen bis zur Stadtgrenze Köln erstreckte. Meine Mutter hatte früher schon erzählt, dass ihr Bruder Johann in Gronau wohne, und zwar in der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße. War das denn richtig? Das konnte doch nicht stimmen! Seit damals habe ich oft versucht, die Grenzen von Gronau eindeutig zu bestimmen. Ehrlich gesagt, ich habe noch heute meine Schwierigkeiten damit.

Die Flurbezeichnungen mit Gronau reichen bis zum Beckershäuschen in Refrath. Die Gronauer Waldsiedlung gehört zum Ortsteil Heidkamp. Das Gronauer Wirtshaus steht im Bezirk Stadtmitte. Kommt man über die Gierather Straße von Köln-Dellbrück nach Bergisch Gladbach, steht an der Stadtgrenze ein Ortsschild mit der Ortsbezeichnung Gierath. Die Grenzen für den Schulbezirk sind anders als die der Kirchengemeinden. Wer soll sich da noch auskennen? Zu den weiteren Ungereimtheiten gehört, dass der Duckterather Weg dort ist, wo früher der Geißbock war. Das ehemalige Duckterath erhielt hingegen in den 1920er Jahren den Namen Schluchterheide, und die richtige Schluchter Heide bezeichnet man allgemein als Dännekamp. Der Schlodderdicher Weg besteht aus einer Hauptstraße und einer Nebenstraße, die sich dort verzweigen, wo noch bis um 1900 ein undurchdringliches Sumpfgebiet war. Der alten Straßenbahntrasse zwischen dem Schlodderdicher Weg und der Gierather Straße, die einmal als Zubringer zur Autobahn über die so genannte L 286 n geplant war, hat man den Namen Am Dännekamp gegeben. Unerfindlich ist auch, dass der mitten in Gronau liegende Bahnhof der S-Bahn weiterhin den Namen Duckterath hat, obwohl es den alten Bahnhof Gronau nicht mehr gibt und viele Fremde diese lokale Bezeichnung räumlich nicht einordnen können.

Gronau soll seinen Ursprung in dem Wort Groenauwe haben, was so viel heißt wie grüne Aue.1 Um 1845 soll es in der Rheinebene durchflossen von der Strunde als freundliches Wiesenthal gelegen haben.2 Aber wo findet man sie noch, die grüne Aue und die freundlichen Wiesen? Am alten Klärwerk? Am Dännekamp? In der Umgebung der früheren Piddelbornsmühle? In Schlodderdich? An der Gierather Mühle? Heute ist die Strunde gebändigt und liegt in einem engen Bett. Selbst Jahrhundertunwetter können kaum noch größere Schäden anrichten, seitdem man den Randkanal gebaut hat. Die Landwirtschaft ist weitestgehend gewichen. Wiesen wurden durch Rasen ersetzt.

Von alters her hatten die Gronauer den heute kaum noch bekannten Necknamen „Pechknubbel", wohingegen die Bezeichnungen Esel für die Leute aus Bechen und dicke Bohnen für die aus Herkenrath noch in aller Munde sind. Der Pechknubbel hielt zusammen wie Pech und Schwefel. Fremde - dazu gehörten schon Leute aus unmittelbar benachbarten Ortschaften - hatten es schwer, hier aufgenommen zu werden. Es war so schwer, dass man vorher mit den Gronauern einen Sack Salz essen musste, was dann natürlich ein ganzes Leben lang gedauert hätte. In der Gaststätte Bützler am Dünnhofsweg gab es in früheren Jahren sogar einen Kegelklub, der sich „Pesch-Knubbel" nannte. Mir wurde überliefert, dass dieser Verein ausschließlich Mitglieder hatte, die in Gronau geboren waren und hier von Kind an wohnten.

Das Buch „Gronau" will helfen, einen Teil der offenen Fragen zu klären. Es will den hier ansässigen Menschen eine Identifikation für ihren Wohnort aufzeigen und ein Stück der Geschichte bewahren. Und natürlich will es auch unterhalten.

Wer in Gronau wohnt, profitiert von einer hervorragenden Infrastruktur. Etwa drei Kilometer sind es bis zur A 4 in Lustheide, die A 3 erreicht man in Holweide nach exakt 4,5 Kilometer, und zur Auffahrt auf die A 1 in Burscheid kommt man über Altenberg nach circa 12 Kilometer. Der Flughafen Köln/Bonn ist 15 Kilometer entfernt. Wir können mit der S-Bahn in einer Viertelstunde den Hauptbahnhof in Köln erreichen und haben ordentliche Busverbindungen in das Zentrum der Stadt Bergisch Gladbach. Kurze Wege führen uns zu verschiedenen Kaufhäusern. Mehrere Schulen sind von hier aus gut erreichbar und genauso eine Vielzahl von verschiedenen Sportstätten. Auch der Freizeitwert ist hoch: Wir haben den nahen Thielenbruch und den Refrather Wald, wo man wandern, joggen und Fahrrad fahren kann. Wir haben sogar einen Golfplatz. Herz, was willst du noch mehr? Auf nach Gronau, hier lässt sich gut leben!

Das freundliche Lokal
für alle Freunde der Lokalgeschichte