10 Jahre Arbeitskreis "Fachwerk – Denkmal – Stadtbildpflege"

Von Gerd Broich

Vortragsveranstaltung des BGV am 6. März 2010 in der Villa Zanders

‚Wozu eigentlich braucht die Gesellschaft Denkmäler?‘

und

‚Anmerkungen zum Denkmalschutz in Bergisch Gladbach‘


- das waren die herausragenden Themen einer Vortragsveranstaltung, zu der der Bergische Geschichtsverein Rhein-Berg e.V. aus Anlass des zehnjährigen Bestehens seines Arbeitskreises ‚Fachwerk – Denkmal – Stadtbildpflege‘ zum 6. März 2010 in die Villa Zanders eingeladen hatte. Dabei sollte nicht im Vordergrund stehen, was der Arbeitskreis in diesen zehn Jahren ‚angestoßen‘ oder gar erreicht hat oder welche Misserfolge hinzunehmen waren. Vielmehr sollte der runde Geburtstag Anlass sein, interessierten Bürgern, vor allem aber auch ‚Entscheidern‘ und Verantwortlichen aus Stadtrat und Stadtverwaltung das Thema ‚Denkmalschutz‘ näherzubringen.

Dazu war als Festredner Herr Professor Dr. Udo Mainzer, Landeskonservator beim LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, eingeladen worden, der sich in seinem brillanten Vortrag zu dem oben erstgenannten Thema äußerte. Da ich es als anmaßend empfände, den Inhalt dieses bemerkenswerten und anspruchsvollen Vortrags zu grundsätzlichen Fragen des Denkmalschutzes mit meinen eigenen laienhaften Worten wiederzugeben, soll versucht werden, einige als ganz besonders wesentlich empfundene Passagen aus dem dem BGV freundlicherweise von Herrn Professor Mainzer zur Verfügung gestellten Vortragsmanuskript wörtlich zu zitieren. Der gesamte Vortrag kann nachgelesen werden, siehe rechts, "Zum Download".

„... Ihr Jubiläum und die Denkmäler eint die Erkenntnis, dass wir Menschen geschichtliche Wesen sind, die zur Bestätigung dieses Wissens immer wieder der Versicherung und Vergegenwärtigung ihrer historischen Wurzeln, ihrer kollektiven wie individuellen Vergangenheit bedürfen. ...“

„... Das Ringen um die Bewahrung des Bauerbes und die Erforschung der lokalen und regionalen Historie haben gemeinsame Quellen. ...“

„... Unsere Gegenwart ist in hohem Maße geprägt von Gewinnstreben und Gewinnmaximierung. Gewinner sind in der Regel die Starken auf Kosten der Schwächeren. Denkmäler sind innerhalb des vorhandenen Baubestandes weitaus in der Minderheit. Auch sie haben zumeist in der Politik keine und in der Gesellschaft viel zu selten eine Lobby und sie gehören eigentlich nicht zum Statussymbol von Gewinnern. ...“

„... weitere Erkenntnisse jener Statistik, nämlich: 93 Prozent der Befragten halten Schlösser und Burgen, 89 Prozent Fachwerkhäuser für unter Schutz stellbare Objekte und etwa gleichviel 92 Prozent würdigen den Denkmalschutz als einen wichtigen Beitrag zum Erhalt schöner Städte. Demzufolge sieht unsere Gesellschaft eine Notwendigkeit für Denkmalschutz und Denkmalpflege offenbar hauptsächlich bei Schlössern, Burgen, Fachwerkhäusern und schönen Städtebildern. Oder anders formuliert: Objekte, die emotional ansprechen, erfahren eine große Zuneigung, während solche, die eine stärker rationale Zuwendung erfordern wie die der Industrie, Technik oder der jüngeren Baugeschichte, offenbar deutlich weniger als Denkmäler im allgemeinen Bewusstsein verankert sind. Sie alle wissen, dass die Stadt Bergisch Gladbach – und ich füge hinzu: glücklicher Weise! – mit allen diesen Denkmälergattungen vom Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit ausgezeichnet ist. ...“

„... Spätestens hier wird sinnfällig, wie wichtig Vereine – wie der Ihrige – sind, die mit bürgerschaftlichem Engagement dazu beitragen, die Öffentlichkeit aufzuklären und aufzuwecken, wenn es um Wertschätzung und Erhaltung von Baudenkmälern und die Sinnhaftigkeit von Denkmalpflege geht. ...“

„... Denkmalpflege ist immer aufs Engste mit der Geschichte verbunden und von daher in hohem Maße abhängig von der zeitbedingten Wertung und Instrumentalisierung von Geschichte. ...“

„...Vor dem Hintergrund der weit über Deutschland ausgreifenden politischen Wende im Jahr 1989 wurde die ideologische Systemkonkurrenz der Machtblöcke abgelöst durch eine weltweite Standort- und Währungskonkurrenz um die Gunst global operierender Großunternehmer und internationaler Geldanleger. Diese Mechanismen der umfassenden Globalisierung haben mittlerweile zu einer starken Ökonomisierung der Gesellschaft geführt und einen ungeheuren Konkurrenzdruck vor allem unter den Kommunen ausgelöst, die im Rahmen von Public Private Partnership und auf der Grundlage städtebaulicher Verträge das Schicksal ihrer Stadtleiber Investoren und Objektentwicklern überantworten. Abermals stellen vorrangig Renditeüberlegungen und Gewinnsteigerungen eine permanente Gefahr für Denkmäler und historische Quartiere dar. ...“

„... Vor dem Hintergrund der jetzt aktuellen gesellschaftlichen, insbesondere wirtschaftlichen Umwälzungen, die fokussiert in Abläufen gegenwärtiger Stadtentwicklung fassbar werden, erwartet die Allgemeinheit von der Denkmalpflege erneut ein erweitertes Rollenverständnis und zwar vorrangig aus der Erkenntnis, dass Baudenkmäler der Motor innovativer, wenn nicht progressiver Stadtentwicklung sein können, Denkmalschutz und Denkmalpflege einen entscheidenden Beitrag zur erforderlichen Erneuerung und Modernisierung der Gesellschaft leisten sollten. ...“

„... Dem ist zu begegnen mit der Feststellung, dass Denkmäler und die aus ihnen gewonnene historische Stadt nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein Lebensraum ist. Das nötigt die Denkmalpfleger unaufhörlich, sich in einer nachhaltigen Dringlichkeit an das zu halten, was der Geschichte und der Denkmalpflege ihren vornehmsten Sinn gibt: Nämlich ihr Dienst am Leben, man könnte auch sagen: Dienst an der Gesellschaft, damit sie den Gewinn der Denkmäler für sich erkennt und umsetzt. ...“

„... Auch gegenwärtig führen die weltweiten Umwälzungen im Zuge der Globalisierung unübersehbar zu einem bewussteren Aufleben und zu einer auf Nachhaltigkeit abzielenden Pflege regionaler Kultur, die ohne Zweifel jeweils wesentlich geprägt ist durch einen vielfältigen Denkmälerbestand. Nicht zuletzt für Vereine bedeutet diese Entwicklung eine neue und besondere Herausforderung. ...“

„... Nimmt man den Begriff der ‚Kultur‘ in seinen ursprünglichen Bedeutungsinhalten ernst, so meint er bekanntlich zum einen die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft. Von daher sind Denkmäler zwangsläufig ein fester Bestandteil jeglicher gebauter Kultur. Zum anderen bezeichnet Kultur das Bebauen und Pflegen von vorhandenem Nährboden. Sinnkongruent übertragen auf Architektur sowie Stadtplanung und -entwicklung kann alle gegenwärtig und zukünftig praktizierte Baukultur nicht ohne Verwurzelung im historischen Stadtkörper und Baubestand gedeihen. Oder anders formuliert: Ohne geschichtlich gewachsene Stadtstrukturen und Bauwerke gibt es keine Baukultur. Deshalb sind Denkmäler einerseits Baukultur, und bedeutet Denkmalpflege die praktische Ausübung von Baukultur. ...“

„... Wir Menschen nämlich brauchen das Potential der Erinnerung, weil wir endlich sind: Wir haben nicht genug Zeit und Platz, um beliebig viel Neues zum Alten hinzuzunehmen. Darum muss dem Neuen Platz gemacht werden. Das Alte wird weggeworfen. In der modernen Welt wird das Wegwerfen zu einem dominanten Vorgang. Die zunehmend schnelle Fortschittswelt ist eine Wegwerfwelt. Doch eine Welt nur des Fortschritts und des Ausrangierens würde die Menschen durch Innovationsüberforderung zugrunde richten. Die moderne Welt des Fortschritts und des Ausrangierens ist deshalb zugleich auch eine Bewahrungs- und Erinnerungswelt. Sie entwickelt – kompensatorisch zum fortschreitenden Entsorgen – kontinuitätsschützende Kräfte, die das Ausrangierte bewahren. Und zum wichtigen Kompensationsorgan wird dabei die wissenschaftliche, die konservatorische und die museale Erinnerungskultur. Durch diese doppelte Kultur – Fortschrittskultur und Erinnerungskultur – hält die gegenwärtige Gesellschaft das Menschliche in ihr fest, wurzelt sie doch in einer fundamentalen Begrenztheit des Menschen: Seiner sterblichkeitsbedingten Lebenskürze. Vereine sind tätige Erinnerungskultur. ...“

„... Anstelle einer Senioren-Landverschickung ins geografische Abseits sollten in historischen Quartieren die Lebensbedingungen für ältere Menschen derart umgestaltet werden, dass auch sie wieder Leben in die alten Städte bringen können, für sie das Leben im historischen Gefüge einen auch persönlichen Gewinn ausmacht.

Alle diese Vorgänge, ... verbinden mit dem prozessualen Umsetzen von Baukultur die Notwendigkeit eines umfassenden Bildungsauftrages an alle Verantwortlichen, der Schulen ebenso erreichen muss, wie er entsprechende Angebote an Erwachsene zu umfassen hat. Auch bei diesem Geschehen kommt der Denkmalpflege im Schulterschluss mit Vereinen eine wichtige Funktion zu. Sie müssen zusammen der breiten Öffentlichkeit die ideellen und materiellen Werte von Baudenkmälern nahe bringen und darlegen, in welchem Maße Denkmalpflege durchaus einen zukunftsweisenden Wirtschaftsfaktor darstellt, vor allem aber wie sehr sie dazu beiträgt, Lebensqualität zu erhalten, wenn nicht gar zu steigern durch Bewahrung und Pflege baulicher und landschaftlicher Besonderheiten, die den Menschen Orientierung geben und lebensnotwendige Bindungen ermöglichen.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Denkmälern erfährt in zunehmendem Maße ihre Steigerung durch deren vitale Rolle als Wirtschafts- und weicher Standortfaktor, ...“
„Ökonomische Verantwortung setzt darüber hinaus vor etlichen Bauvorhaben die Prüfung voraus, ob statt eines geplanten Neubaus nicht ein vorhandenes Gebäude – auch wenn es kein Denkmal ist – für die beabsichtigte Funktion nutzbar ist. Diese Idee ist nicht neu, aber sie wird viel zu selten umgesetzt, wie auch kaum bedacht wird, dass Baudenkmäler nicht nur einen unersetzlichen Kulturbesitz, sondern ... ein beachtliches volkswirtschaftliches Potential darstellen. ...“

„... Bereits eine solche ... Betrachtung erhellt, dass es eine humane Zukunft nur dann wird geben können, wenn uns der Fortschritt, in des Wortes doppelter Bedeutung: Fort-Schritt, weg von der Wegwerfgesellschaft hin zur Reparaturgesellschaft – man kann auch sagen: Werterhaltungsgemeinschaft – gelingt, ...
Nach Carl-Friedrich von Weizsäcker ist Tradition bewahrter Fortschritt und Fortschritt ist weitergeführte Tradition.

Wir Denkmalpfleger – ehrenamtliche wie amtliche – müssen deshalb darauf drängen, dass der von uns zu vertretende Belang vermehrt in eine kohärente Politik der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung integriert wird. Statt Wehklagen sollten gerade wir mit dazu beitragen, mit dem vitalen Rückenwind der beachtlichen historischen Dimension von Baudenkmälern die ersehnte Aufbruchstimmung in unserer Gesellschaft zu verbreiten. Wenn richtig ist, Baukultur sei immer auch Erinnerungskultur, dann ergibt sich daraus folgerichtig, dass Denkmäler zwar die manifeste Erinnerung der Gesellschaft sind, jedoch jede für die Monumente verantwortliche Denkmalpflege weniger zurück als vielmehr nach vorne schauen muss. Tritt sie doch stets mit der Absicht an, die Denkmäler nicht allein für die Gegenwart, sondern darüber hinaus vor allem für die nachfolgenden Generationen erhalten zu wollen. Wohlverstandene Denkmalpflege ist deshalb immer zukunftsorientiert und dient somit ganz wesentlich auch zur Daseinsvorsorge. ... Es liegt wesentlich an uns, ob und in welchem Umfang diejenigen, die uns nachfolgen, Positives wahrnehmen können und einen reichen Schatz an Erinnerungen haben. ... Deshalb ist es wichtig, den jungen Menschen, für die und mit denen wir heute die Zukunft vorbereiten, empfänglich zu machen für die Erkenntnis, wie sehr die Gesellschaft die Denkmäler braucht!“

Den lokalen Bezug stellte im zweiten Vortrag Frau Dr. Eva Effertz her mit ihren von fundiertem Wissen und umfangreichen Kenntnissen der Bergisch Gladbacher Verhältnisse geprägten ‚Anmerkungen zum Denkmalschutz in Bergisch Gladbach‘. Im Folgenden soll versucht werden, über die wesentlichen Aussagen zu berichten:

Ausgehend von einem Blick auf die Bergisch Gladbacher Siedlungsstruktur – erkennbar auf einer Karte aus der Zeit um 1900 – mit ihrer klein gekammerten Gliederung von Wald und offenem Land sowie der Flächen für Rohstoffabbau und Bergbau wies die Referentin auf erkennbare Wachstumskerne für die Industrie und weitere rohstoffverarbeitende Werke entlang der Strunde und am Güterbahnhof hin. Das typische traditionelle Wohnen nahe der Arbeitsstätte führt dazu, dass abgrenzbare Viertel einheitlicher Struktur fehlen. Das prägt die Situation, mit der Stadtplanung und Denkmalschutz im gesamten Stadtgebiet auch heutzutage umgehen müssen.

Zur ordnungsgemäßen Ausführung der Aufgabe Denkmalschutz sind zahlreiche anspruchsvolle Leistungen zu erbringen: Auskünfte und Beratungen, gestalterische Beratung zur Stadtbildpflege u.v.a.m. Bei all dem ist zu bedenken, dass zur Erfüllung all dieser Leistungen bei der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach nur eine halbe Mitarbeiter-Stelle vorhanden ist.
In der aktuellen Bergisch Gladbacher Denkmalliste sind aufgeführt: 159 Baudenkmäler, 15 Bodendenkmäler, ein bewegliches Denkmal sowie der Denkmalbereich Villenkolonie Frankenforst. Andere vergleichbare Städte in NRW haben da mehr aufzuweisen.

Frau Dr. Effertz wandte sich dann dem ehrenamtlichen Engagement von Bürgern in geschichtsorientierten Vereinen zu und nannte als beispielhafte Akteure den traditionsreichen Verschönerungsverein, die Bürgergemeinschaft Alt-Frankenforst, den Bürger- und Heimatverein Refrath, sowie auch den Arbeitskreis ‚Fachwerk – Denkmal – Stadtbildpflege‘ im BGV Rhein-Berg, der jährlich in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ein besonderes Objekt zum ‚Denkmal des Monats‘ erklärt und es so in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt. Nach der Vorstellung der Gartensiedlung Gronauer Wald als Denkmal des Monats im Oktober 2008 hat sich dort der Freundeskreis Gartensiedlung Gronauer Wald gebildet, der sich – als weiteres Beispiel bürgerschaftlicher Aktivitäten – seitdem bemüht, Gebäude, Bepflanzungen und Struktur mit ihren typischen Merkmalen zu erhalten.

Und nicht zuletzt deshalb, weil auch Ehrenamtler an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, stellte sie die Frage nach einem Konzept, einem verbindlichen Konzept der Stadt für den Umgang mit dem eigenen baulichen kulturellen Erbe, um ihre Identität zu bewahren und ihre Unverwechselbarkeit zu pflegen.

Ein solches Konzept könnte in einem Denkmalpflegeplan bestehen.

Wenn Denkmäler mit Bedacht ausgewählte und die Entwicklung eines Ortes kennzeichnende Bauten sind, deren Erhaltung von besonderem Interesse ist, dann sind Lücken in der offiziellen Denkmalliste der Stadt unübersehbar. Einige wenige Beispiele nur: die Papierfabrik Zanders am Standort ‚Gohrsmühle‘, die ‚Neue Dombach‘ als Standort der ersten Papiermaschine, der Standort der damaligen Papierfabrik Wachendorff mit früherem Mühlteich und Obergraben, Arbeiterwohnungsbau und Siedlungen in Lückerath, kommunaler Wohnungsbau und manch anderes mehr – alles ohne Schutzstatus!

Die Empfehlung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege als obere Denkmalbehörde vom Sommer 2009, für die Gartensiedlung Gronauer Wald einen Denkmalbereich auszuweisen und Gestaltungsinstrumente zu erarbeiten – all das wartet noch auf Umsetzung.

Und noch manches mehr ist erhaltenswert: die alten Dorfkerne als Beispiele für die bergische Streusiedlung – Unter-Hebborn, Oberhombach, Kaule. Auch Kirchen und Friedhöfe wären ein lohnendes Feld. Es gibt weit mehr Schützenswertes als derzeit in der Denkmalliste aufgeführt.

Einen Weg stellt ein Denkmalpflegeplan der Stadt dar, der nach dem Denkmalschutzgesetz Nordrhein Westfalen aufgestellt und fortgeschrieben werden soll. Ein solcher Plan nennt die Ziele und Erfordernisse des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege; er enthält eine Bestandsaufnehme und Analyse des Gemeindegebietes unter siedlungsgeschichtlichen Gesichtspunkten, sowie ein Handlungs- und Planungskonzept zur Festlegung von Zielen und Maßnahmen, mit denen Schutz, Pflege und Nutzung von Denkmälern verwirklicht werden sollen. Ein Denkmalpflegeplan bietet Planungssicherheit für Eigentümer und Investoren und garantiert so abgestimmte Vorgehensweisen.

Frau Dr. Effertz beschloss ihren Vortrag mit den Worten „Tradition und Moderne haben beide ihren berechtigten Platz in der Gesellschaft und damit auch im Stadtbild. Denkmalschutz ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Baukultur in Bergisch Gladbach“.


Nach der Eröffnung der Veranstaltung und der Begrüßung der zahlreich erschienenen Zuhörer und Gäste durch den Vorsitzenden des BGV Rhein-Berg, Herrn Max Morsches, hatte der Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach, Herr Lutz Urbach, in seinem Grußwort, siehe rechts, "Zum Download", das Engagement des BGV und seines Arbeitskreises gewürdigt. Nach einem Hinweis auf die Arbeit der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadtverwaltung gab er seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Denkmalliste stetig wachse. Dieses Bekenntnis des Bürgermeisters wurde in dem nachfolgenden Vortrag von Professor Mainzer kommentiert mit „Das ist für einen Bürgermeister fast ein Alleinstellungsmerkmal“. Herr Urbach warb für Verständnis und Verantwortungsbewusstsein und einen Konsens zwischen Denkmalschützern, Verwaltung und Eigentümern als Voraussetzung für funktionierenden Denkmalschutz.

Vor und nach den Vorträgen gab es die intensiv genutzte Gelegenheit zu Gesprächen vor und zwischen den zwölf aufgestellten und aufwändig gestalteten Bildtafeln, auf denen Mitglieder des Arbeitskreises mit großformatigen Farbfotos und Texten auf erhaltene, auf verlorene und auf gefährdete Denkmäler aufmerksam machten.

Meine ganz persönliche Meinung zu der Veranstaltung, über die im Übrigen die ‚Bergische Landeszeitung‘ am 8.3. und der ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ am 10.3. (siehe rechts: "Presseberichte") sowie das ‚Bergische Handelsblatt‘ am 17.3. ausführlich berichteten:

Eine rundum gelungene Veranstaltung mit zwei bemerkens- und beherzigenswerten Experten-Vorträgen, einem anerkennenden und ermutigenden Grußwort des Bürgermeisters – und das in einem ‚vollen‘ Haus: die 130 bereitgestellten Stühle waren besetzt.

Zu meiner vollen Zufriedenheit hätte eine größere Zahl von Besuchern aus Stadtrat -verwaltung gehört. Drei anwesende Stadtverordnete und kein Mitarbeiter der Bauverwaltung – das wirft Fragen auf: Keine Zeit für den Besuch der Veranstaltung? Aber man hat doch Zeit für alles, was einen interessiert. Oder waren Vortragsthemen und -inhalte sattsam bekannt? Dann ist mir um die Denkmalpflege in unserer Stadt nicht bange; unsere Verantwortungsträger und Entscheider werden ihnen Bekanntes wohl auch praktizieren.

In diesem Sinne: auf die nächsten zehn Jahre AK ‚Fachwerk – Denkmal – Stadtbildpflege‘!
Gerd Broich