Bocker Kreuz

Einsegnung nach der Renovierung 2006/07

Von Thomas Klostermann

Das Bocker Kreuz steht am Eingang in die Laurentiusstraße linker Hand gleich hinter dem Gasthaus „Am Bock“ in einer kleinen Nische der Böschungsmauer, umrahmt von drei mächtigen, in die Straße ragenden Lindenbäumen. In Kombination ergibt sich ein Bild, das den Straßenraum unverwechselbar prägt.

Anton Jux berichtet aus der Zeit um 1900, dass es ein schlichtes Holzkreuz ohne Corpus war. Die Jungen und Männer zogen im Vorübergehen andächtig die Mütze, die Mädchen und Frauen schlugen ein Kreuz. Hier war eine der Stellen, wo die Fronleichnamsprozession anhielt und der Segen erteilt wurde.

Um 2005 war der irgendwann einmal angebrachte Christus Corpus, der einige Monate lose am Kreuz gehangen hatte, endgültig verschwunden. Frau Trude Dannenberg aus Refrath und Herr Franz-Josef Honrath aus Bensberg wendeten sich 2007 nach einer Grabauflösung auf dem Bensberger Friedhof an die städtische Friedhofsabteilung mit dem Angebot, ein hölzernes Kreuz mit Corpus für das Stadtgebiet zur Wiederverwendung zur Verfügung zu stellen. Dort wendete man sich an den Bergischen Geschichtsverein (BGV), der nach Prüfung eine Anbringung nur des Corpus´ an dem „verwaisten“ Bocker Kreuz vorschlug. Die Spender und auch die Eigentümerin des Bocker Kreuzes, die Familie Georg Fröling, waren einverstanden.

Kurt Weßel vom Arbeitskreis „Fachwerk - Denkmal - Stadtbildpflege“ reinigte und präparierte fachmännisch den ca. 50 Jahre alten Holzcorpus, der nach Auskunft der Spender einer Werkstatt in Oberammergau entstammt. Anschließend überarbeitete er das überholungsbedürftige Holzkreuz vor Ort. Dirk Lukas Kisch fertigte eine Skizze mit Maßangaben zur Herstellung eines hölzernen Schutzdaches an und vermittelte den Dachdeckermeister Michael Schwidder aus Schildgen, der in ehrenamtlicher Arbeit das Schutzdach mit einer Kupferabdeckung erstellte. Die Materialkosten übernahm der BGV.

Am 30. Juni 2009 segnete Pfarrer Norbert Hörter in einer kleinen Andachtsfeier unter Anwesenheit des stellvertretenden Bürgermeisters Karl Hubert Hagen und mehrerer Bürger das Bocker Kreuz ein.

Der Arbeitskreis „Fachwerk - Denkmal - Stadtbildpflege“ dankt allen Beteiligten ganz herzlich für die Mithilfe und das Engagement. Das wiederhergestellte Kreuz ist nicht nur eine Bereicherung für das Stadtbild, sondern auch für die Bürger der Stadt.

 
 

Einsegnung des Bocker Kreuzes nach der Renovierung 2010

Von Heribert Cramer

Am 12. 12. 2010 (ca. 12:30 Uhr nach der Hl. Messe) wird das Bocker Kreuz neu eingesegnet.

Ort: Laurentiusstraße gegenüber dem Laurentiushaus

Nach der mutwilligen Zerstörung des Kruzifix in der Nacht zum 1. Mai 2010 stiftete Pater Jean dem Verschönerungsverein Bergisch Gladbach einen Korpus, der nun eingesegnet werden soll.

Restaurator Kurt Wessel vom Arbeitskreis „Fachwerk, Denkmal, Stadtbildpflege“ des Berg. Geschichtsvereins reinigte in mühevoller Kleinarbeit den ca. 50 Jahre alten Korpus, entfernte acht alte Anstriche, stabilisierte Arme und Beine und gab ihm ein neues Aussehen. Die nicht unerheblichen Sanierungskosten übernahm ein Mitglied des Bergischen Geschichtsvereins.

Pater Jean hat den Korpus vor über 50 Jahren seinem Bruder geschenkt, der in seinem Garten in Belgien damit einen schönen Herrgottswinkel gestaltete. Als der Bruder in ein Seniorenheim ging, nahm Pater Jean den Korpus wieder zurück und stiftete ihn nunmehr für das Bocker Kreuz, welches an diesem Standort seit über 100 Jahren urkundlich erwähnt ist.

Diese gemeinsame Aktion des Verschönerungs- und des Berg. Geschichtsvereines stellt sicherlich eine Bereicherung für die Laurentiusstraße dar.

Informationen und Rückfragen:
Heribert Cramer
Am Reiferbusch 13
51465 Bergisch Gladbach
Tel: 02202 36942
e-mail: heribert.cramer@gmx.de