Jahresbericht des Arbeitskreis Fachwerk, Denkmal, Stadtbildpflege

Mai 2006 bis April 2007

Von Thomas Klostermann

"Wenn unsere Städte und Regionen für die Zukunft fit sein wollen, müssen sie ihr historisches Erbe pflegen. Damit lassen sich Regionen kulturhistorisch profilieren und sie erhalten mehr Lebensqualität".
Bauminister Oliver Wittke

Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und das Denkmalbewusstsein zu schärfen, bleibt eine kontinuierliche Aufgabe des AK. Nur ein Denkmal mit öffentlicher Aufmerksamkeit und Anerkennung wird im Konfliktfall im Abwägungsprozess tagespolitischer und wirtschaftlicher Entscheidungen vor einem Verlust gerettet werden können. Dabei können und müssen in der Darstellung der "Leistungen" des Denkmals nicht nur der historische Zeugniswert, städtebauliche und technische Gesichtspunkte, ästhetische und emotionale Fragen betont werden, sondern auch ökologische, wirtschaftliche und touristische Aspekte.

Der rege Besuch bei den Veranstaltungen "Denkmal des Monats", bei den Führungen am Tag des offenen Denkmals und den Vorträgen im GeschichteLokal beweist das große Interesse der Bürger an ihrer gebauten historischen Umwelt. Denkmäler als sichtbare Zeugen der Vergangenheit locken Menschen an, machen neugierig, verursachen Fragen. Erst das Wissen um ein Denkmal und die Einordnung in den örtlichen oder regionalen Zusammenhang erzeugen Verständnis und somit Wertschätzung und Identifikation. Diese Aufklärungsarbeit kann die Denkmalbehörde angesichts finanzieller und personeller Einschränkungen kaum leisten. Die Mitglieder des AK betrachten sich daher als eine private Initiative, die nicht gegen, sondern mit den Denkmalbehörden, aber auch nicht gegen, sondern mit den Bürgern das kulturelle Erbe bewahren helfen möchte.

Bergisch Gladbach und seine Umgebung besitzen trotz umfangreicher Verluste an kulturhistorisch bedeutsamen Gebäuden immer noch viel erhaltenswerte Bausubstanz. Allerdings sind zahlreiche denkmalwürdige Objekte ohne Schutzstatus, so dass sie durch Verunstaltung, Verfall oder Abriss gefährdet sind. Der alljährliche Schwund denkmalwürdiger Substanz, z. B. die Wollspinnerei der Fa. vom Hövel (Lochermühle) 1998, oder des Fachwerkhausensembles "An der Kirche" in Bensberg 2004 kann durch Eintragung in die Denkmalliste verhindert werden.

Im Einzelfall bemüht sich der AK immer wieder um konstruktive Lösungsansätze. Gefragt sind u. a. Nutzungskonzepte für leer stehende Gebäude wie z. B. beim Fachwerkhaus an der Romaneyer Str. 34 in Hebborn, bei dem der AK durch die Fachhochschule Köln, Fachbereich Architektur/Baudenkmalpflege, eine Nutzungskonzeption mit Kostenschätzung erarbeiten ließ. Für das Stellwerk an der Tannenbergstraße konnte mit dem Eisenbahn-Club Bergisch Gladbach e.V. ein potentieller Nachfolgenutzer gefunden werden. Bei der Sanierung der Grabkreuze auf dem Sander Kirchhof konnten Spender, Sponsoren und Paten gefunden sowie Zuwendungen von Stiftungen und Fördergeldgebern eingeholt werden. Darüber hinaus wickelte der AK beim Sander Kirchhof nach Übergabe der Treuhänderschaft durch den Kirchenvorstand sämtliche Aufträge für die abschnittsweise erfolgte Sanierung der Grabkreuze ab. Die Ausmalung der Buchstaben auf der Marmortafel für die Gefallenen der Einigungskriege am Kreiskriegerdenkmal führte ein Mitglied des AK eigenhändig durch, um Kosten zu sparen. Architekten mit Denkmalerfahrung sowie anerkannte Handwerkerfirmen beraten den AK, schätzen Kosten, bieten Detaillösungen an oder helfen unentgeltlich bei Einzelaktionen.

Bei all seinen Tätigkeiten legt der AK großen Wert auf Unabhängigkeit. Es geht immer um das Denkmal an sich. Der AK scheut sich nicht, denkmalpflegerische Gesichtspunkte auch dann einzubringen, wenn wirtschaftliche, politische oder funktionale Erwägungen dominieren. Oft lassen sich unterschiedliche Interessenslagen durchaus in Einklang bringen. Dies bedarf jedoch der Diskussion und der Suche nach planerischen Alternativen, in denen das Denkmal und sein unmittelbares Umfeld Berücksichtigung finden. Dieses ist sogar dann von Vorteil, wenn nach einem solchen Abwägungsprozess ein Denkmal aufgegeben werden muss, weil ein Verlust in der Bürgerschaft dann eher Akzeptanz findet.

In Zukunft möchte der AK verstärkt positive Beispiele privater und öffentlicher Denkmalpflegemaßnahmen hervorheben z.B. die in 2006 sanierte Villa gegenüber dem Papiermuseum Alte Dombach. Folgerichtig hat der AK beschlossen, in 2007 ein vorbildliches Beispiel für eine denkmalgerechte Instandsetzung zum "Denkmal des Monats" zu ernennen.

Denkmäler des Monats 2001-2005

Das Fachwerkhaus Romaneyer Str. 34 (Denkmal des Monats 2001) verfällt weiterhin. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass eine Wirtschaftlichkeit bei der Sanierung des Hofes grenzwertig gegeben ist. Über den vom Eigentümer gestellten Abrissantrag steht eine Gerichtsentscheidung an, der ein Ortstermin im April vorausgeht.

An den Kalköfen Cox (Denkmal des Monats 2002) erfolgen derzeit Sanierungsarbeiten. Das partiell marode Kalksteinmauerwerk wird in Stand gesetzt, offene Fugen werden verschlossen. Die Ofenköpfe werden begehbar hergestellt und beide Trichter mit je einem gläsernen Bullauge einsehbar gemacht. Eine Informationstafel zur Geschichte der Kalkindustrie und der Funktionsweise der Öfen ist vorgesehen. Die Kosten tragen sich aus Privatmitteln und einem Landeszuschuss in Höhe von 99.000,- €.

Auf dem alten Kirchhof Sand (Denkmal des Monats 2003) erfolgte am 31.8.2006 die Aufstellung der letzten 16 sanierten Grabkreuze. Die Restaurierung des einzigen Metallkreuzes führte der DJK SSV Ommerborn Sand e.V. durch. Die Arbeitsgruppe Sand des AK kümmerte sich um die Aufstellung einer Spender- und Infotafel. Sander Bürger flickten Löcher in der Kirchhofsmauer und führten gelegentlich Pflegemaßnahmen wie Rasenschnitt, Gehölzrückschnitt und Aufräumarbeiten durch. Punktuelle Absackungen von Mauerpartien führten dazu, dass der Kirchenvorstand für diese Reparaturen ca. 5.500,- ? bereit gestellt hat. Abbau und Wiederaufmauerung sollen ab Juni 2007 ausgeführt werden. Dem AK wurde die Auftragsabwicklung und Überwachung der Mauersanierung übertragen. Mit der Mauerreparatur ist die Sanierung des Kirchhofs vorerst abgeschlossen. Es ist erfreulich, dass seit den Aktivitäten um den Sander Kirchhof zahlreiche Besucher, Gruppen und Vereine zur Besichtigung - teilweise mit Führung durch den AK - kommen.

Die Malteser Komturei (Denkmal des Monats 2004) wurde nach gründlicher Renovierung als Restaurant mit Schänke sowie als Vier-Sterne-Hotel im Oktober 2006 neu eröffnet.

Beim Rommerscheider Hof (Denkmal des Monats 2005) herrscht nach wie vor Stillstand. Das Gebäude verfällt zunehmend. Es fehlt ein Nutzungskonzept, um Fördergelder beantragen zu können. Der Eigentümer ist an der Erhaltung unter anderem wegen der hohen Kosten nicht interessiert. Der AK hat mittlerweile eine Translozierung in das Bergische Freilichtmuseum in Lindlar vorgeschlagen. Das Museum zeigte Interesse, weil der Rommerscheider Hof eine sehr alte (um 1600) und somit sehr seltene Fachwerkkonstruktion dokumentiert sowie die damaligen Wohn- und Lebensverhältnisse veranschaulicht.

Stellwerk Tannenbergstraße, Denkmal des Monats Juni 2006

Wie in den vergangenen Jahren wählten auch in 2006 der BGV und der RVDL (Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz) ein "Denkmal des Monats" in Bergisch Gladbach aus, diesmal das Stellwerk an der Tannenbergstraße. Es dokumentiert die Industrie-, Orts- und Eisenbahngeschichte im rechtsrheinischen Bereich von Köln. Das weitgehend original erhaltene Gebäude von 1911 weist regionaltypische Materialien wie Fachwerk, Schiefer und Naturstein auf. Es verdeutlicht die damalige Suche nach landschaftlich und regional-städtebaulich verträglichen Formen für Industrie- und Technikgebäude. Die mechanische Betriebstechnik aus der Entstehungszeit ist heute noch in Funktion. Durch Handbetrieb erfolgt über die Hebelbank im Stellwerksraum mittels Umlenkrollen sowie Seilzüge die Steuerung der Weichen und Signalanlagen. (siehe "Heimat zwischen Sülz und Dhünn" Nr. 14, Seite 46 f).

Die Veranstalter wollten auf ein interessantes Technikdenkmal aufmerksam machen, öffentliches Interesse wecken und seine Gefährdung, z.B. wegen Gleiserweiterungen herausstellen. Bereits im Vorfeld war mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abgeklärt worden, ob es sich bei dem noch nicht in die städtische Denkmalliste eingetragenen Stellwerk um ein denkmalwürdiges Objekt handelt. Dies wurde von der Fachbehörde mit Blick auf die selten gut erhaltene mechanische Betriebstechnik sowie die weitgehend original erhaltene Architektur uneingeschränkt befürwortet.

Aktuelle Planungen sehen einen Ersatz des beschrankten Bahnübergangs Tannenbergstraße durch eine Unterführung vor, die allerdings westlich des Stellwerks verlaufen wird. Darüber hinaus beabsichtigt die Deutsche Bahn nach Auskunft von Bahnmitarbeitern und Eisenbahnfreunden ohnehin, ihre veraltete Stellwerkstechnik aus betriebswirtschaftlichen, aber auch aus Sicherheitsgründen zu zentralisieren und zu modernisieren. Die Steuerungstechnik soll digitalisiert werden und von Köln aus erfolgen. Spätestens nach Fertigstellung der Unterführung will die Deutsche Bahn als Eigentümerin das dann nutzlos gewordene, museumsreife Stellwerk abreißen. Konkret sind auch Planungen zur Errichtung eines zweiten S-Bahngleises von Bergisch Gladbach nach Köln-Dellbrück sowie der Anschluss eines zusätzlichen Gleises im Gladbacher Bahnhof.

Trotz bergischen Landregens, der jedoch pünktlich zum Veranstaltungstermin aussetzte, trotz Fußball-WM und Ferienbeginn waren über 50 Interessenten gekommen, darunter viele Gladbacher und Kölner Eisenbahnfreunde. Sie machten die 6. Veranstaltung "Denkmal des Monats" auf Gladbacher Stadtgebiet zu einer der bestbesuchten.
Enzio Fehre, Bahnmitarbeiter und Hobbyeisenbahner, hielt einen kompetenten Fachvortrag zur Geschichte der Gladbacher Eisenbahnentwicklung, zur erhaltenen mechanischen Betriebstechnik von 1911 und zur aktuellen Gefährdung.

Die Deutsche Bahn Netz-AG als Eigentümerin war trotz schriftlicher und fernmündlicher Einladung nicht vertreten, was von Seiten der Veranstalter bedauert wurde, schließlich dient die Aktion der gegenseitigen Information und der Lösung aktueller Probleme. Wie jedoch Erfahrungen der Vergangenheit an anderer Stelle gezeigt haben, hat die Bahn selber nur wenig Interesse am Erhalt ihrer Technikdenkmale.

Über die entscheidende Frage einer neuen, dem Gebäude verträglichen Nutzung nach dem Betriebsende haben sich mittlerweile Veranstalter und Eisenbahnfreunde in mehreren Gesprächen Gedanken gemacht. Der Eisenbahn-Club Bergisch Gladbach e.V. hat sich bereit erklärt, das Stellwerkgebäude nach Betriebsende im Rahmen seiner finanziellen und personellen Möglichkeiten instand zu halten und die technischen Funktionen zu erhalten. Darüber hinaus möchte der Verein durch Führungen und Veranstaltungen die Stellwerkstechnik und die Eisenbahngeschichte von Bergisch Gladbach vermitteln. Für die oft schwierige Frage einer Folgenutzung gibt es in diesem Falle zumindest ein attraktives Angebot.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine dauerhafte Erhaltung ist die zügige Eintragung in die städtische Denkmalliste, um einem Abriss durch die Bahn vorzubeugen. In der Zukunft sollten planerische Lösungen gesucht werden, in denen das Stellwerk berücksichtigt wird. Der AK wird weiterhin versuchen, einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten zu führen.

Bebauungsplan "Höhenweg"

Ein weiteres Schwerpunktthema im AK war die Begleitung des Bebauungsplans "Höhenweg", der einen Teil der Bebauung am Mühlenberg umfasst. Der AK hatte sich für eine Erhaltung der historischen Villenarchitektur und gestalterische Regelungen zur Wahrung des Gebietscharakters im Bereich um das Max-Bruch-Denkmal ausgesprochen (s. HzSuD 13). Das Gebiet weist um das Max-Bruch-Denkmal eine Bebauung auf, die hauptsächlich von 1910 bis 1935 errichtet worden ist und für die die damalige Stadt Bergisch Gladbach besondere Gestaltungsvorschriften erlassen hat, die heute noch deutlich zu spüren sind bezüglich der Fassadengestaltung und der städtebaulichen Wirkung. Eine Dokumentation zur Siedlungsgeschichte kann im GL von Interessierten eingesehen werden.

Bei einem Ortstermin des AK am 4. Mai 2006 mit den Denkmalbehörden und der Stadtplanung wurden neben den beiden vorhandenen Baudenkmälern "Max-Bruch-Denkmal" und Haus "Höhenweg 10" von Dr. G. Hoffmann vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege drei weitere Gebäude vorbehaltlich einer genauen Prüfung für denkmalwürdig befunden sowie fünf weitere Gebäude als erhaltenswert. Hoffmann wollte jedoch nicht gegen den Eigentümerwillen von sich aus tätig werden, da eine Dringlichkeit nicht gegeben sei. Verschiedene Instrumentarien wie Erhaltungs-, Gestaltungs- und Denkmalbereichssatzung wurden als geeignet vorgeschlagen jedoch kontrovers diskutiert. Der vom AK hinzugezogene externe Fachmann, Professor Dr. N. Schöndeling von der Fachhochschule Köln, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege, äußerte bei einem Ortstermin mit Anwohnern am 16.08.2006, der Bereich müsse nicht zwingend geschützt werden, da er nicht so "prominent" sei, wie größere und bedeutendere Siedlungen andern Orts. Eine Denkmalbereichssatzung sei aber geeignet, das historische Erscheinungsbild zu erhalten und daher sinnvoll für die Wahrung des Gebietscharakters. Sie sei allerdings nur dann wirksam, wenn sie von den Eigentümern akzeptiert und von der Kommune auch konsequent angewendet würde. Er machte auch auf Steuererleichterungen aufmerksam, die bei denkmalpflegerischen Sanierungsmaßnahmen am Gebäudeäußeren möglich seien.
Das Rheinische Amt für Denkmalpflege sah die Voraussetzungen für eine Denkmalbereichssatzung nicht gegeben, da "ein der Bebauung zugrunde liegendes Einheit stiftendes Element nicht überzeugend vermittelt" sei. Der Wert des städtebaulichen Miteinanders könne aus historischer Sicht nicht begründet werden. Das Amt empfahl stattdessen eine Erhaltungs- oder Gestaltungssatzung.
Im Ergebnis gibt der satzungsreife B-Plan (Stand April 2007) Rahmenbedingungen vor, die eine ungeregelte Bebauung und eine zu starke Verdichtung verhindern. Es werden z.B. nur Einzel- und Doppelhäuser zugelassen sowie größere Grenzabstände und eine geringere Grundstücksausnutzung als sonst üblich festgesetzt. Damit bleibt der durchgrünte Charakter der Siedlung zwar gewahrt, Anregungen zu Gestaltungsregeln im Detail wie gleiche Dachziegeln beim Doppelhaus oder Vorgaben zur Gestaltung der Einfriedung blieben jedoch unberücksichtigt, was einer architektonischen und gestalterischen Beliebigkeit Vorschub leisten könnte.
Der straßenbildprägende, öffentliche und private Baumbestand wird als erhaltenswert festgesetzt, die straßenbildprägenden Gebäude bleiben jedoch ohne Schutz. So wird das Gebiet seinen Charakter als Villensiedlung zwar wahren, als Zeugnis für die Gladbacher Stadtgeschichte und Siedlungsentwicklung wird es ohne Schutzinstrumentarium voraussichtlich weiter an Wert verlieren.

Sonstige Aktivitäten

Am 24. April machte der AK eine Exkursion zu den ehemaligen Vulkan-Werken nach Köln-Ehrenfeld. Diese aufgegebene Leuchtenfabrik mit alter Industriearchitektur wurde beispielhaft saniert und unter Hinzufügung moderner Bauten einer neuen Nutzung zugeführt. Ähnliche Überlegungen werden seitens der Stadt Bergisch Gladbach derzeit für das Gelände der ehemaligen Papierfabrik C. F. Wachendorff angestellt.

Die Arbeitsgruppe Sand, namentlich Manfred Dasbach, hat damit begonnen, die Urkunden und Unterlagen des Pfarrarchivs Sand vorschriftsmäßig zu lagern und nach mit dem Generalvikariat Köln festzulegenden Kriterien zu ordnen.

Der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Antonius Abbas und der BGV freuten sich am 31. Mai 2006 über die Wiederaufstellung des gründlich restaurierten Wegekreuzes neben dem Haus Straßen 80 in Herkenrath. Der AK war beratend tätig und half bei der Auftragsabwicklung. Der Kirchenvorstand übernahm die Kosten von 7.100,- €.

Unter dem Motto "Rasen, Rosen und Rabatten" bot der AK am Tag des offenen Denkmals Führungen an durch den Rosengarten, über den alten Sander Kirchhof und zum Budde-Denkmal auf dem Bensberger Friedhof. Diese alljährlich stattfindende, bundesweite Veranstaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sollte diesmal auf eine bisher wenig beachtete Gattung von Denkmälern aufmerksam machen, nämlich auf Gartendenkmäler. Knappe Finanzmittel und fehlendes Fachpersonal sorgen hier zunehmend für Pflegemängel. Daher ist es erfreulich, dass sich einige Teilnehmer an der Führung im Rosengarten spontan zu einer Patenschaft entschlossen haben und bereits aktiv geworden sind.

Am "Tag der Bergischen Geschichte" am 16.09.2006, der diesmal vom BGV Rhein-Berg organisiert wurde, beteiligte sich der AK mit zwei "Busführungen" zu den bisherigen Denkmälern des Monats. Darüber hinaus erfolgte die Einweihung der restaurierten Marmortafel am Kreiskriegerdenkmal unter Beteiligung der zahlreichen bergischen Gäste und der Presse. Hier waren im Vorfeld Spenden zu sammeln und Förderanträge zu stellen. Hans W. Böringer hat durch das Ausmalen der Schrift in Eigenarbeit geholfen, 700,- ? Kosten einzusparen. Für die Aufhängung konnte der AK einen Sponsor, die Metallbaufirma Wilmes, finden. An den Kosten beteiligten sich die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln und die Stadt als Eigentümerin des Denkmals. Herzlichen Dank!

Anlässlich des 100. Todestages des preußischen Staatsministers Hermann von Budde und Bensberger Ehrenbürgers fand am 15.10.2006 eine Gedenkfeier im Bensberger Ratsaal statt. Der AK erarbeitete in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv eine kleine Ausstellung. In vier beeindruckenden Vorträgen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten wurden Buddes Leistungen gewürdigt (s. S. 32 f). Darüber hinaus wurde auf bauliche Mängel am Grabmonument auf dem Bensberger Friedhof hingewiesen. Die Nachfahren haben sich bereit erklärt, die Finanzierung der wichtigsten Sanierungsmaßnahmen, Kosten ca. 4 500,- ?, zu übernehmen. Die Arbeiten umfassen die Reinigung aller Aufbauten, die Abdichtung der Fugen des Baldachins, die Erneuerung der Dachrosette und die Erneuerung der Schrift. Plattenbelag und Stufen sollen in einem zweiten Schritt saniert werden. Der BGV/AK ist wiederum als Treuhänder für die Auftragsabwicklung des ersten Bauabschnitts tätig und sammelt Spenden für den zweiten Bauabschnitt.

Das "Gut zur Heide" am Diepeschrather Weg 22 in Hand musste im Oktober 2006 einer Neubaumaßnahme weichen. Das Lehmfachwerkhaus aus dem 18. Jh. wurde die letzten Jahrzehnte zu Lagerzwecken genutzt und blieb daher bis zum Abbruch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Die Eichenbalken werden durch Vermittlung des AK bei der Sanierung eines Fachwerkhauses in Sand wiederverwendet (Foto: T. Klostermann 19.06.2005).